Der Rechtsextremismus ist weiterhin die „größte Bedrohung“ für die freiheitliche demokratische Grundordnung, schreibt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Vorwort des Verfassungsschutzberichts von 2025.

Das rechtsextremistische Personenpotenzial ist aus der Sicht des Verfassungsschutzes auf 58.700 Personen gestiegen. Im Jahr 2024 waren es 50.250. Darunter waren 15.600 gewaltorientierte Personen. 2024 waren es noch 15.300. Die Zahl der rechtsextremistischen Gewalttaten stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Prozent.

Neue Beobachtungsobjekte sind nicht dazugekommen. Auch der österreichische TV-Sender „AUF1“, der in Deutschland auch sendet, wurde hochgestuft. Seit Februar wird der Sender als gesichert rechtsextremistische Bestrebung bearbeitet.

Die meisten Rechtsextremisten werden der AfD zugerechnet, deren Mitgliederzahl 2025 auf 70.000 Personen gewachsen sein soll. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass wegen der steigenden Mitgliederzahl auch die Zahl der extremistischen Personen innerhalb der Partei zugenommen habe. Ein Abrücken der Partei von verfassungsschutzrelevanten Standpunkten sei nicht festzustellen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die AfD im letzten Jahr als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Dagegen ging die AfD juristisch vor und bekam in einem Eilverfahren vorerst Recht. Der Verfassungsschutz führt sie aber weiterhin als „Verdachtsfall“ ein. Das Gerichtsverfahren läuft im Hauptverfahren noch.

Aber auch das linksextremistische Personenpotenzial hat der Verfassungsschutz als größer hochgeschätzt als noch im Vorjahr. Es ist um 4.200 auf 42.000 angewachsen. Die Zahl der gewaltorientierten Linksextremisten habe mit 11.600 einen neuen Höchststand erreicht. Straftaten richteten sich insbesondere gegen tatsächliche und als solche ausgemachte Rechtsextremisten und gegen die Polizei.

Radikalisierungsprozesse in den letzten Jahren hätten dazu geführt, dass im Linksextremismus von einer „hohen Gewaltbereitschaft“ ausgegangen werden müsse.

Das haben vor allem Brandanschläge auf die kritische Infrastruktur belegt, etwa im September 2025 auf zwei Hochspannungsmasten in Berlin und im Januar, auch in Berlin, auf eine Kabelbrücke, was zu einem tagelangen Stromausfall in einigen Stadtteilen geführt hatte. Mit solchen Angriffen muss auch künftig gerechnet werden, warnt der Verfassungsschutz.

Quelle: ARD

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Waldemar
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