Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) kritisiert US-Präsident Donald Trump scharf. Er wirft dem Präsident vor, auf einen „Regimewechsel“ in Deutschland abzuzielen. „Auf Amerika ist unter Trump kein Verlass. Es gibt dem nordkoreanischen Diktator eine Bestandsgarantie und will gleichzeitig in Deutschland einen Regimewechsel. Das können wir uns schwer bieten lassen“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Beim NATO-Gipfel hatte Trump Druck gemacht und wollte dass die anderen Partner ihre Verteidigungsausgaben erhöhen. Deutschland nahm Trump ganz besonders ins Visier. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte im ZDF, dass Trump sogar sein einiges Ding machen würde, sollte man das Zwei-Prozent-Ziel nicht einhalten. Doch in der ARD sagte die Politikerin, dass sie das Treffen als erfolgreich bewertet hatte. Sie verwies unter anderem auf das Bekenntnis der Mitgliedstaaten zur NATO und ihren Werten. Die auf dem Gipfel einberufene Sondersitzung sei im Rückblick „eine Sternstunde der NATO“ gewesen.

Weiter mahnte Gabriel ein stärkeres Auftreten gegenüber Trump an. „Wir dürfen uns keine Illusionen mehr machen. Donald Trump kennt nur Stärke. Dann müssen wir ihm zeigen, dass wir stark sind“, sagte der ehemalige SPD-Chef. Als Beispiel nannte er: „Wenn er von uns Milliarden zurückfordert für die Militärausgaben der USA, dann müssen wir von ihm Milliarden zurückfordern, die wir für die Flüchtlinge ausgeben müssen, die gescheiterte US-Militärintervention zum Beispiel im Irak produziert haben.“

Quelle: n-tv.de