Die G7-Staaten wollen nach der Einigung auf ein Abkommen auf ein Ende des Kriegs zwischen den USA und dem Iran auch die stockenden Verhandlungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs wiederbeleben. An den Beratungen beim G7-Gipfel im französischen Évian nimmt auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. Er reiste am Dienstagmorgen (16.06.) an und wurde von Gastgeber, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, in Empfang genommen.
Neben Frankreich gehören auch Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, die USA und die Europäische Union zu den G7‑Mitgliedern. Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz.
US-Präsident Donald Trump sagte gestern Abend (15.06.) bei einem Treffen mit Macron, dass er am Sonntag (14.06.) sehr gute Gespräche mit Selenskyj und auch mit Kremlmachthaber Wladimir Putin geführt hatte. „Ich glaube, da können wir etwas erreichen. Wirklich„, sagte Trump. Er denke, dass beide dafür offen seien. Nach der Vereinbarung über den Iran „werden wir uns darauf konzentrieren und sehen, ob wir das hinbekommen„, sagte der US-Präsident weiter.
Selenskyj hatte gestern nach einem Telefonat mit Trump gesagt, dass er ein persönliches Treffen mit Putin vorgeschlagen habe. Dieses könne „in einem Format“ stattfinden, „das es Putin deutlich schwerer machen würde, abzulehnen„. Er habe auch mit dem US-Präsidenten darüber gesprochen, ein solches Treffen in den USA zu organisieren. Wenn Trump Putin einen solchen Vorschlag machen würde, dürfte es diesem auch deutlich schwerfallen, ihn zurückzuweisen, meinte Selenskyj. „Wir werden sehen, was dabei herauskommt„, sagte er in einem Video.
Von ihren Forderungen ist Russland nicht ein Stück abgerückt. Putin hatte sich zuletzt trotz der sich mehrenden Krisenzeichen mehrfach öffentlich erklärt, dass Russland den Krieg gewinne und die Angriffe auf die Ukraine mit unverminderter Härte fortsetze.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich gestern vorsichtig optimistisch mit Blick auf Verhandlungen über eine Friedenslösung gezeigt. „Erstmals kann sich hier langsam ein Fenster für die Diplomatie öffnen„, sagte der CDU-Chef vor dem Abflug zum G7-Gipfel. Denn die Dynamik in diesem Konflikt habe sich „deutlich zugunsten der Ukraine verändert„. Die Ukraine sei heute auch dank deutscher und europäischer Unterstützung „in einer neuen Position der Stärke„. Russland könne „militärisch nicht gewinnen. Zudem ist seine Wirtschaft angeschlagen„, so Merz weiter.
Es wird auch mit Spannung erwartet, wie Trump sich zu den europäischen Forderungen äußern wird, um stärker in den Verhandlungen mit Russland einbezogen zu werden. Direkte Gespräche sind bisher außen vor geblieben.
Quelle: ZDF, dpa



