Das Vergleichsportal Verivox rechnet wegen des Iran-Kriegs, ausgelöst durch die USA und Israel, mit einem weiteren Anstieg der Gaspreise für private Haushalte. „Aufgrund der aktuell stark angestiegenen Großhandelspreise für Gas, des geringen Füllstands der Gasspeicher in Deutschland und des kommenden Winters erwarten wir einen Anstieg der Gaspreise für Haushalte„, sagte der Energieexperte von Verivox, Thorsten Storck, der „Rheinischen Post“.
Er betonte: „Die Neukundenpreise für Gas bilden die Großhandelspreise besonders schnell ab und sind seit Februar um über ein Drittel angestiegen. Die Bestandskundentarife reagieren langsamer auf die Preisentwicklungen, werden aber früher oder später ebenfalls steigen. Beim aktuellen Preisniveau sind Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich.„
In Europa ist der Großhandelspreis nach den gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran in dieser Woche auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen.
Die vergleichsweise gering gefüllten Gasspeicher in Deutschland schüren die Sorge um die Versorgungssicherheit im Winter. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht weiterhin keine akute Gefahr einer Mangellage. Die Betreiber der deutschen Gasspeicher halten im Fall eines sehr kalten Winters hingegen auch die Versorgung für nicht gewährleistet.
Die Gasspeicher in Deutschland sind aktuell zu knapp 55 Prozent gefüllt, EU-weit liegt der Schnitt bei knapp 67 Prozent. Im letzten Jahr lag der durchschnittliche Füllstand zum selben Zeitpunkt in Deutschland bei knapp 74 Prozent, in der EU bei gut 79 Prozent. Grund für die zögerliche Einspeicherung sind die seit Monaten hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Kriegs. Die Sperrung der Straße von Hormus hat das weltweite Angebot an Flüssigerdgas reduziert.
Quelle: ntv, AFP



