Der Aufsichtsrat des deutschen Autobauers Volkswagen hat dem Sanierungsplan des Vorstands zugestimmt. So will der Konzern in den kommenden Jahren weitere 50.000 Stellen abbauen. Diese Anpassungen der weltweiten Personalkapazitäten seien notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen, heißt es.

Außerdem steht die Zukunft von 4 Werken des deutschen Autobauers auf der Kippe. Für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm könne keine wettbewerbsfähige Folgebelegung, gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034, gewährleistet werden, teilte VW mit. Das heißt, dass sie nicht profitabel sind und, falls keine alternative Verwendung gefunden wurde, vor der Schließung.

VW formuliert es so: Für die genannten Werke würden „parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft„. Bis Ende Juni soll es mit dem Zielbild zu einem vereinbarten Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden. Zudem soll die Zahl der Modelle zusammengestrichen werden und das Beteiligungsportfolio soll verschlankt werden.

Der Zukunftsplan schafft die Voraussetzungen, um den Volkswagen-Konzern und seine Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufzustellen„, heißt es in einer Mitteilung von VW. „Die Umsetzung des Zukunftsplans ist nach Auffassung des Vorstands und des Aufsichtsrats zwingend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen-Konzerns zu erhalten und für die Zukunft nachhaltig zu sichern.“ Der Aufsichtsrat habe nach intensiven und konstruktiven Beratungen dem umfassenden Zukunftsplan 2030 der Volkswagen Group „einstimmig zugestimmt„.

Olaf Lies (SPD), der Ministerpräsident von Niedersachsen sowie Mitglied des Aufsichtsrats, erklärte: „Von dem heutigen Beschluss gehen wichtige Signale aus: Wir investieren kräftig in Zukunftsfähigkeit und wir verbessern die Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig werden wir für unsere Standorte langfristige Perspektiven entwickeln.“ VW-Vorstandsboss Oliver Blume sprach angesichts der einstimmigen Zustimmung von einem „starken Signal für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns„. Weiter sagte er: „Wir übernehmen Verantwortung für unser gesamtes Team, für unsere Partner und für Industriearbeitsplätze weltweit.“ In den nächsten Jahren werde „eine dreistellige Milliardensumme“ investiert, sagte Blume weiter.

Der Konzernbetriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall sagten in einer ersten Reaktion von gestern Abend (03.09.), dass damit eine Eskalation verhindert wurde. Der Vorstand müsse jetzt seine Hausaufgaben machen. „Der Konfrontationskurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen waren nicht zielführend„, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen PKW und der VW-Komponente ist nach Angaben von Benner und Cavallo vom Tisch. Der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen sei damit erfolgreich abgewehrt. „Kein Werk wurde aufgegeben, und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt„, betonten die beiden. „Vielmehr müssen jetzt für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden – dabei sehen wir weiterhin ausdrücklich den Vorstand in der Pflicht.

Quelle: ARD

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Waldemar
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