Ich habe einige Jahre in Asperg gelebt. Ein kleine Stadt direkt neben der Barockstadt Ludwigsburg und ein paar Kilometer nördlich von der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.
Die Stadt liegt am Fuße des Bergs „Hohenasperg“, der Namensgeber der Stadt. Auf dem Hohenasperg selbst ist eine Festung welche früher ein Gefängnis war und heute die psychatrische Anstalt und Krankenhaus der Justitzvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim, das Gefängnis welches extra für die RAF-Prozesse um/gebaut wurde und wo Baader, Ensslin und Raspe umkamen.

Dass aus dem Hohenasperg ab und zu mal ein Häftling ausbüxt ist tatsächlich nichts neues, das passierte im Schnitt so 1 1/2 mal im Jahr. Die Flüchtigen sind aber innerhalb weniger Stunden wieder geschnappt worden.

Anders wiederum sieht es in Weinsberg bei Heilbronn, einige Kilometer Nördlich von Asperg, aus. Alleine dieses Jahr sind fünf Personen ausgebrochen, davon vier alleine aus der Geschlossenen. Einen konnte mal stellen, zwei wurden laut SWR Aktuell Meldung vom 14.10.2021 in Barcelona, Spanien gefasst , einer ist noch auf der Flucht. Der andere Flüchtige ist aus dem offenen Vollzug ausgebrochen und ist ebenfalls noch flüchtig.

Das kuriose ist dass alle fünf innerhalb vier Wochen ausgebrochen sind. Kein Wunder dass die Kritik an Sozialminister Luca (Grüne) wächst. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg ist nämlich für die „Neun Zentren für Psychiatrie“ zuständig. „Die ZfP sind Fachkrankenhäuser für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie sowie Maßregelvollzugseinrichtungen. Sie bieten neben der medizinischen Versorgung auch Dienstleistungen an und sind in Netzwerken vertreten. Ihnen sind auch Pflegeheime angegliedert.“ -Quelle wikipedia.de

Luca hat eine Untersuchung und Überprüfung der Einrichtungen angeordnet.

Kritik gab es auch an Innenminister und stellvertretenden Ministerpräsident Strobel (CDU). Weinsbergs parteiloser Bürgermeister Stefan Thoma sagte dem SWR gegenüber, dass die Kommunikation bei den letzten beiden Ausbrüchen zu wünschen übrig lässt. Aus eigenen Erlebnissen: Die Bevölkerung in Asperg wurde nie darüber Informiert oder Aufgeklärt. Das hat man mit viel Glück und einem guten Netzwerk heimlich Erfahren.

Was jetzt diese Überprüfung bringt, ist natürlich fraglich. Die Rechte der Patient:innen wurden in den letzten Jahren gestärkt, sodass man nicht „willkürlich“ in eine Anstalt gesteckt werden kann. Gleiches gilt für Zwangsmedikation. Es gibt Sinnvolle und Unverständliche Hürden für alle Beteidigen. Kurz grob zusammengefasst muss die Patient:in dem ganzen Zustimmen. Ein Vormund kann dies zwar auch, aber wie geschrieben gibt es Hürden, zu recht. Bestes Beispiel ist und bleibt Gustl Mollath.

Das andere wiederum ist ob es ein Problem im Ländle ist und bleibt oder ein bundesweites Problem ist.

QUELLEN: SWR Aktuell 1 2 3 4 5

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