Bei schweren russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Angaben von örtlichen Behörden in der vergangenen Nacht mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw wurden mindestens vier Menschen getötet und 58 weitere verletzt, teilte der Bürgermeister Vitali Klitschko mit. 40 von den Verletzten werden stationär behandelt, darunter 2 Kinder.
Mehrere Gebäude sind in Kyjiw beschädigt worden und gerieten auch in Brand, darunter offenbar mehrere große Wohnhäuser. Im Bezirk Podilskyj ist nach einem Angriff ein mehrstöckiges Wohnhaus eingestürzt. Es wird befürchtet, dass unter den Trümmern Menschen verschüttet wurden. Anderswo habe ein Angriff die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohnhauses beschädigt. Es hat mehrere Brände im Stadtgebiet gegeben.
Viele Menschen suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen und Problemen bei der Wasserversorgung.
In der Stadt Dnipro sind bei den Angriffen in der vergangenen Nacht Behördenangaben zufolge mindestens fünf Menschen getötet worden und 25 weitere verletzt. In der östlichen Stadt Charkiw sind nach Angaben des Bürgermeisters mindestens zehn Menschen verletzt worden. Russland hat auch Ziele in der Stadt Saporischschja angegriffen. Nach Angaben der Luftwaffe setzte Russland dabei auch ballistische Raketen und Marschflugkörper ein.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in seiner Videoansprache am Montag (01.06.) wieder vor einem möglichen massiven Angriff Russlands gewarnt. Russland hatte letzte Woche angekündigt, dass man „systematische Schläge“ auf militärische Ziele und Entscheidungszentren in Kyjiw plane. Dies sei eine Reaktion auf einen Drohnenangriff im vergangenen Monat auf ein Wohnheim in der Region Luhansk gewesen, wo 21 Menschen getötet wurden. Luhansk steht unter der Kontrolle von Russland.
Quelle: ARD



