Die Corona-Krise stellt die Gesellschaft massiv unter Druck. Das befürchtet auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. In einem Interview der „Augsburger Allgemeinen“ warnt der CDU-Politiker davor, dass die Gesellschaft vor einer Spaltung stehe. Dass Debatten über Gesundheit oder Freiheitsrechte stattfänden, sei richtig und wichtig. Aber: „Wir alle haben die Verantwortung, dass es nicht wieder so polarisierend wird wie teilweise in der Diskussion über die Migration. Wir müssen sehr aufpassen, dass uns das nicht wieder passiert.

Spahn bekräftigte, dass Debatten lebensnotwendig seien für eine Demokratie. „Den Demonstranten sollte aber klar sein, mit wem sie demonstrieren. Man muss nach links und rechts schauen, wer da so dabei ist.“ Bei einigen Demonstrationen sind auch viele Extremisten von Links und Rechts dabei gewesen und auch Impfgegner sowie Verschwörungstheoretiker.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht, dass die Debatte in den letzten beiden Wochen sich stark zugespitzt hat. „Das hat damit zu tun, dass sich nun radikale Bewegungen gebildet haben, die zum einem die Maßnahmen kritisieren, was legitim ist, aber sich zum anderen teilweise radikalisieren und mit Verschwörungstheorien sowie Hassparolen arbeiten“, sagte er dem Nachrichtenangebot „Watson“.

Auf Twitter zeigte Lauterbach ein Foto eines Päckchens, das ein Fläschchen enthält, dessen Inhalt laut Aufschrift Corona-positiv seien soll. Dazu ein Zettel mit der Nachricht: „Trink das – dann wirst du immun.“ Der Berliner Virologe Christian Drosten teilte den Tweet und schrieb, dass er auch so ein Paket bekommen habe.

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