Die Bewohner des evakuierten Ortsteils Hürtgenwald-Gey dürfen wieder zurück in ihre Häuser. Das hat der Landrat des Kreises Düren, Ralf Nolten, mitgeteilt. In der Nacht zum Freitag (14.08.) mussten rund 1.800 Bewohner im Ortsteil Gey ihre Häuser verlassen, weil der Waldbrand bis auf 250 Meter an die Grundstücke herangerückt ist.

Im Laufe des gestrigen Samstags (15.08.) waren Erfolge bei der Brandbekämpfung vermeldet worden. Es sei gelungen, die Lage zu stabilisieren, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gestern Nachmittag bei einem Besuch im Einsatzgebiet. „Es besteht jetzt erste Hoffnung, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden kann„, sagte Wüst. Bisher sei kein Haus verloren gegangen. Es sei auch verhindert worden, dass Menschen zu Schaden kommen. Am früheren Abend erklärte dann der Kreis Düren, dass der Einsatz von Löschhubschraubern eingestellt werde. Es gebe aktuell keinen Bedarf mehr, heißt es als Begründung.

Ministerpräsident Wüst hatte sich gestern im Lagezentrum über die Situation informieren lassen. Er wurde von Mona Neubaur (Grüne), der Vize-Ministerpräsidentin, begleitet. „Dieser Waldbrand ist in seiner Dimension historisch für unser Bundesland„, sagte Neubaur. „Er hat eine Fläche wie alle Waldbrände der letzten fünf Jahre zusammen.“ Das mache deutlich, was für ein Kraftakt Stand jetzt gelungen sei, den Brand statisch zu halten.

Wieso das Feuer ausbrach, ist bisher nicht bekannt. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) vermutet, dass ein menschliches Fehlverhalten als Ursache war. Er sprach von „irgendeinem Idioten„, der den Großbrand verursacht habe. „Darum muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend herumrennen und einfach irgendwas wegwerfen„, sagte Reul. „Das ist das eigentliche Problem.“ Einen Waldbrand wie im Hürtgenwald habe er noch nicht gesehen.

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) warnte die Bürgerinnen und Bürger eindringlich vor dem Betreten von Wäldern. Oft reiche schon eine „weggeworfene Kippe„, einen Waldbrand auszulösen, sagte sie. Insbesondere, weil die extreme Trockenheit als Brandbeschleuniger wirke. Die Löscharbeiten und die Sicherheit der Menschen stünden im Vordergrund, so Gorißen weiter. Wenn der Einsatz beendet ist, werde die Lage noch einmal in Gänze aufgerollt. „Der Wald entzündet sich nicht bei 38 Grad oder 40 Grad, die man draußen durchaus auch schon verzeichnen konnte in diesem Sommer, von alleine.

Die Ministerin wies darauf hin, dass es bei diesem Feuer Hinweise auf Brandstiftung geben könnte. „Wir sehen durchaus, wenn verschiedene Brandstellen relativ gleichzeitig oder in enger Abfolge hochkommen“, sagte Gorißen. „Es macht einen stutzig.“ Gesicherte Erkenntnisse lägen aber noch nicht vor.

Hunderte Einsatzkräfte kämpfen seit Donnerstagnachmittag (13.08.) gegen die Flammen in der Eifel. Nach Angaben des Kreises Düren sind etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen. Es ist bisher der größte dokumentierte Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen.

Quelle: ARD

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Waldemar
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