Das Landgericht Duisburg hat am Montag (04.05.) den Prozess zur Loveparade-Katastrophe eingestellt. Diese Entscheidung hat das Gericht bekanntgegeben. Damit wird einer der aufwendigsten deutschen Gerichtsprozesse der Nachkriegszeit ohne Urteil beendet. Es gab insgesamt 183 Prozess-Tage.

Das Gericht selbst hatte die Einstellung des Verfahrens Anfang April vorgeschlagen. Seit Anfang März hatte der Prozess wegen der Verbreitung des Coronavirus pausieren müssen. Einige Beteiligte gehören zur Risikogruppe, sagte das Gericht. Doch auch gleichzeitig drängte die Zeit, denn die Verjährung wäre am 27. Juli 2020 gewesen. Die Chancen, den komplexen Sachverhalt bis dahin verurteilungsreif aufklären zu können, hielt das Gericht für unwahrscheinlich.

Vor dem Termin am Montag hatten Angeklagte und die Staatsanwaltschaft in einer Stellungnahme der Einstellung zugestimmt. Bei den drei noch verbleibenden Angeklagten gehe man ohnehin von einer geringen Mitschuld aus, heiß es von der Staatanwaltschaft. Die Anwälte der Nebenkläger hatten für eine Fortführung des Verfahrens plädiert. Sie hatten auf weitere Aufklärung gedrängt, zumal im Prozessplan ein wichtiges Gutachten des gerichtlich bestellten Sachverständigen bevorstand. Ihre Einwände waren allerdings juristisch nicht bindend.

Der Loveparade-Prozess galt als einer der aufwändigsten Gerichtsprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte. Er hatte im Dezember 2017 mit ursprünglich zehn Angeklagten begonnen. Im Februar 2019 wurden sieben von ihnen freigesprochen. Bei der Loveparade im Juli 2010 sind 21 Menschen bei einer Massenpanik ums Leben gekommen, 650 Menschen wurden verletzt.

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