Berlin erinnert heute mit Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und einer Kunstinstallation am Brandenburger Tor an den Mauerbau, der heute (13.08.) vor 65 Jahren begann. Zur zentralen Veranstaltung an der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße werden zahlreiche Politiker erwartet.
„Gerade für junge Menschen, für die die DDR immer weiter in die Geschichte rückt, müssen wir diese Erinnerung wachhalten“, sagte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) gestern (12.08.) schon. Die „Freiheitsideen“, die 1989 zum Fall der Berliner Mauer führten, seien „in Gefahr – nicht durch Stacheldraht, sondern durch Gleichgültigkeit und Desinteresse“, sagte sie weiter. Die Entscheidung für Freiheit und Demokratie müsse jede Generation neu treffen.
Die CDU-Politikerin rief dazu auf, die besonderen Erfahrungen der Ostdeutschen mit der deutschen Teilung und der darauffolgenden Vereinigung zu respektieren. „Für Ostdeutsche änderte sich mit der Einheit alles“, erklärte Klöckner. „Manche Erfahrungen wirken bis heute nach. Wer sie verstehen will, muss bereit sein, zuzuhören.“
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer warnt zum 65. Jahrestag des Mauerbaus vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. AfD und Linke würden „in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren. Bei der AfD reicht das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne“, sagte der parteilose Politiker der FAZ mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung mit einem Kabarettisten.
Die Beauftragte des Bundestags für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, kritisierte, die DDR werde von manchen als „gemütlich und gemeinschaftlich“ verklärt. „Private nostalgische Erinnerungen sind zutiefst menschlich“, sagte sie. Problematisch werde es aber „wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten“. Wer nicht konform sein wollte oder konnte, habe kein gutes Leben in der Diktatur führen können.
Die Grenzanlagen in Berlin wurden am 13. August 1961 errichtet. Die DDR-Führung wollte so die Abwanderung von Menschen in den Westen verhindern. In den Folgejahren, bis zum Fall der Mauer im November 1989, sind mindestens 140 Menschen bei Fluchtversuchen gestorben.
Quelle: ARD



