Großbritanniens Premierminister Boris Johnson will sich nicht auf die Einhaltung von EU-Standards bei Umweltschutz, Arbeitnehmerrechten und staatlichen Wirtschaftshilfen festlegen lassen. Das geht aus den vorab verbreiteten Auszügen einer Rede hervor, die er vor Unternehmern und Geschäftsleuten halten will.

Johnson will darin seine Verhandlungsziele bei den anstehenden Gesprächen über die künftigen Beziehungen zur Europäischen Union präsentieren. Es gebe für Großbritannien genauso wenig Grund wegen eines Freihandelsabkommen die Regeln der EU in Kauf zu nehmen wie andersherum, sagte der konservative Politiker.

Die Briten traten in der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar aus der Europäischen Union aus und sind nun in einer Übergangsfrist. Bis Ende des Jahres ändert sich praktisch nichts. Während dieser Zeit wollen London und Brüssel über die Regelung ihrer künftigen Beziehungen einig werden. Die EU pocht im Gegenzug für ein Freihandelsabkommen aber auf gleiche Wettbewerbsbedingungen. Neben dem Handel geht es auch um den Fischereihandel, Sicherheitsfragen und den Zugriff auf Datenbanken.

Die Frist der Übergangsphase gilt eigentlich als viel zu kurz, doch eine Verlängerungsoption um bis zu zwei Jahre, die noch bis Ende Juli offensteht, lehnt Johnson ab. Für Unternehmen bedeutet dies weiterhin Ungewissheit.

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