In einer ersten Reaktion nach dem massenhaften Andrang von Migranten an der spanischen Exklave Ceuta hat die Regierung von Marokko den Zwischenfall unter anderem mit Falschinformationen im Internet erklärt.

Der Andrang der Migranten sei nicht organisiert gewesen, sondern spontan zustande gekommen, sagte ein Sprecher des marokkanischen Innenministeriums. Er machte die Verbreitung von Falschinformationen im Internet, die Aktivitäten von Schleusern und eine Falschinterpretation eines spanischen Gerichtsurteils verantwortlich, das die Rückführung von bestimmten Migranten begrenzt. Es gab auch Vermutungen, dass die marokkanische Regierung den Massendrang auf Ceuta bewusst ausgelöst oder zumindest geduldet haben könnte, um Spanien unter Druck zu setzen.

Unabhängig voneinander haben mehrere Migranten gegenüber spanischen Medien geschildert, dass sie nicht gestoppt, sondern vielmehr zum Grenzübertritt ermuntert worden seien. Wie andere Medien berichten, bekommen die Migranten Falschinformationen, dass sie an der Grenze problemlos Papiere bekommen und ungehindert auf den europäischen Kontinent weiterreisen können. Diese Falschinformationen wurden vor allem auf Facebook, WhatsApp und X verbreitet.

Der Sprecher des marokkanischen Innenministeriums erklärte weiter, dass die Regierung in Rabat mit den spanischen Behörden zusammenarbeiten werde, was die Bekämpfung irregulärer Migration angehe. Das Ministerium geht selbst davon aus, dass rund 40.000 Migranten Ceuta erreichen wollten. Gut 1.100 weitere sollen versucht haben, Melilla zu erreichen, die zweite spanische Exklave in Nordafrika, die wie Ceuta landseitig von Marokko und seeseitig vom Mittelmeer umschlossen wird.

Die Regierung in Madrid geht eigenen Angaben zufolge von 50.000 bis 60.000 Migranten aus, die es innerhalb kurzer Zeit von Marokko in die abgeschottete Exklave geschafft haben und später wieder zurückgekehrt sind. Zudem hat es mehr als 70 Todesopfer gegeben.

Quelle: ZDF, dpa, Reuters

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Waldemar
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