Gegen den ehemaligen Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND) wird wegen Spionageverdachts ermittelt. Er wurde am Morgen von Ermittlern festgenommen. Die Ermittlungen wegen mutmaßlicher landesverräterischer Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchten Landesverrats und geheimdienstlicher Agententätigkeit werden vom Generalbundesanwalt geführt. Ermittelt werden soll, ob Hanning die Informationen an ausländische Agenten weitergegeben haben soll. Hanning war von 1998 bis 2005 Chef des BND. Er soll aber noch nach seinem Ausscheiden jahrelang Informationen von einem ehemaligen Mitarbeiter bekommen haben.
Nach Recherchen von WDR, NDR und der „Süddeutschen Zeitung“ haben dann die Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) Hanning in seinem Haus in Nordwalde festgenommen.
Ins Visier geriet Hanning wohl nach einer Durchsuchung seines Hauses und von Büros im September 2025. Damals verdächtigte das Landeskriminalamt (LKA) Hamburg Hanning, in dem Kriminalfall um die gewaltsame Verschleppung von zwei Kindern der Steakhausketten-Erbin Christina Block verwickelt zu sein. Hanning betritt dies.
Bei der Auswertung von sichergestelltem Material sind die LKA-Beamten laut WDR, NDR und „SZ“ auf einen Datenträger mit brisantem Inhalt gestoßen. Demnach hatte Hannig Zugriff auf streng geheime BND-Dokumente aus der früheren Vergangenheit, die er hätte nicht besitzen dürfen. Hannig erhielt die Informationen den Recherchen zufolge von seinem ehemaligen Büroleiter, der Hannig bis 2022 gegen Geld mit Informationen aus dem Dienst versorgt haben soll. Auch der ehemalige Büroleiter wurde am Morgen festgenommen.
Dem ehemaligen Büroleiter von Hanning wird von der Generalstaatsanwaltschaft wegen Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung vorgeworfen.
Quelle: ZDF, WDR, NDR, Süddeutsche Zeitung



