Im Berliner Tiergarten haben sich am Sonntagabend (02.08.) zahlreiche Menschen zu einer Mahnwache für die Opfer des mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlags am Rande des CSDs vor 8 Tagen in Berlin versammelt.
Nach Angaben der Veranstalter haben sich in der Nähe des Anschlagsorts bis zu 4.000 Menschen versammelt. Die Polizei sprach von 1.000 Teilnehmern. Die Mahnwache fand am Ort des Anschlags am Ahornstieg im Großen Tiergarten statt. Zu dem Gedenken hatten die Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg (LSVD) gemeinsam mit dem Bundesverband eingeladen.
Julia Miosga vom CSD-Verein Berlin sagte: „Wir lehnen jede Form der Gewalt ab. Rechte oder religiöse Ideologien verfolgen das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken.“ Weiter sagte sie: „Wir benennen islamistischen Terror klar und ohne Relativierung.“ Es müsse aber auch klar sein, sich jedem Versuch entgegenzustellen, die Tat für Hass gegen Musliminnen und Muslime oder Menschen bestimmter Herkunft zu instrumentalisieren. „Was wir stattdessen brauchen, sind Besonnenheit und die Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen„, sagte Miosga weiter. „Wir müssen unser Augenmerk auf die Dinge lenken, die uns als Gesellschaft, als queere Community einen.“ Patrick Müller-Kampa vom LSVD Berlin-Brandenburg sagte, dass es nicht reiche, bei der Trauer stehenzubleiben. Er forderte: „Wir brauchen endlich die ausdrückliche Aufnahme des Schutzes queerer Menschen in Artikel 3 des Grundgesetzes.„
Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und andere Politikerinnen und Politiker haben an der Gedenkveranstaltung teilgenommen. Auf Redebeiträge haben die Politiker bewusst verzichtet. Zeitgleich waren auch am Roten Rathaus in Berlin-Mitte zahlreiche Menschen versammelt, um gegen Queerfeindlichkeit zu protestieren. Wie die Polizei mitteilte, zogen die Demonstranten weiter in Richtung Brandenburger Tor.
Der Bundesopferbeauftragte Roland Weber hatte schon gestern (01.08.) erklärt, dass die Opfer des Anschlags schnelle finanzielle Unterstützung bekommen sollen. Zugleich appellierte er auch an die Augenzeugen, Helfer und andere, denen das Geschehen stark zu schaffen macht, sich an ihn oder die zentrale Anlaufstelle für Betroffene von Terroranschlägen in Berlin zu wenden.
Quelle: RBB



