In der anstehenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie pocht die Gewerkschaft IG Metall für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten auf deutliche Verbesserungen. Der Vorstand der IG Metall hat die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und einer tariflichen Gewinnbeteiligung für „Boom-Unternehmen“ beschlossen, teilte die Gewerkschaft mit. Außerdem soll es eine „tarifliche Sicherung von Zukunft und Beschäftigung“ geben.

Der Beschluss des Vorstands der IG Metall erfolgte heute (23.09.) nach entsprechenden Beschlüssen in den sieben Tarifbezirken gestern (22.09.). Christiane Benner, die IG-Metall-Chefin, erklärte: „Wir gehen mit kämpferischem Realismus in die Verhandlungen.“ Weiter erklärte sie: „Verzicht bringt nichts voran. Statt Krisenrhetorik, Angriffen auf soziale Standards und Schwarzmalerei erwarten die Beschäftigten sichere Jobs, Ausgleich für gestiegene Preise und einen gerechten Anteil an den Gewinnen der Unternehmen.

Das Forderungspaket der Gewerkschaft sei „verantwortungsvoll, gerecht und passgenau„, erklärte die Tarifvorständin der IG Metall, Nadine Boguslawksi. „Wir bieten und verlangen von den Arbeitgebern tariflich Antworten für die vielfältigen wirtschaftlichen Situationen: vom Krisen- bis zum Boom-Betrieb.“ Die Gewerkschaft hob hervor, dass der Auftragsbestand in zwei Dritteln der Unternehmen laut ihrer Erhebung „gut oder sehr gut“ sei. Einen Auftragsboom gibt es danach insbesondere bei Herstellern von Schiffen und Schienenfahrzeugen sowie in der Medizintechnik, in der Luft- und Raumfahrt und im Rüstungsbereich.

Überschattet werden die Tarifverhandlungen für die größte deutsche Industriesparte von Krisen in anderen Teilen der Branche. So baut die Autoindustrie massiv Stellen ab, Werksschließungen drohen. Dagegen protestieren rund 175.000 Beschäftigte auf einem bundesweiten Aktionstag der IG Metall. Auch der Maschinenbau ist angeschlagen.

Die Arbeitsgeberverbände wiesen die Forderung zurück. Sie drängen auf niedrigere Arbeitskosten, um die Krise in weiten Teilen der Branche zu überwinden und den Stellenabbau zu beenden. „Es muss uns gelingen, dass unsere Unternehmen hier wieder wettbewerbsfähig produzieren können und somit möglichst viele Arbeitsplätze im Land erhalten bleiben„, argumentierte Peter Sebastian Krause, der Südwestmetall-Vorsitzende. Die Verhandlungen beginnen in den Bezirken NRW und Baden-Württemberg am 7. Oktober, die anderen Tarifgebiete folgen in den Tagen darauf. Bis Ende Oktober könnte es eine zweite Tarifrunde geben. Die Friedenspflicht endet mit dem Auslaufen des aktuellen Tarifvertrags am 31. Oktober. Danach sind Streiks möglich.

Quelle: ARD

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Waldemar
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