Das Leistungsniveau der 15-jährigen Schüler in Deutschland ist weiter gesunken und erreicht einen historischen Tiefstwert. Das hat die Pisa-Studie 2025 gezeigt.
Zum neunten Mal hat das Programm for International Student Assessment (Pisa) untersucht, welche Kompetenzen 15-Jährige in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik besitzen und wie gut diese in Alltagssituationen anwenden können. An der Untersuchung haben mehr als 760.000 Schüler aus 91 Ländern teilgenommen. Aus Deutschland waren es rund 6.700 Schüler aus etwa 250 Schulen. Im Bereich der Naturwissenschaften erreicht Deutschland 486 Punkte. Damit liegt man im Bereich des OECD-Durchschnitts und über dem Durchschnitt der EU‑Staaten. Auch im Bereich der Lesekompetenz (465 Punkte) sowie in Mathematik (464 Punkte) bewegt sich Deutschland auf dem OECD-Durchschnittsniveau.
Die Leistungen wurden dabei anhand von Kompetenzstufen eingeteilt:
unter Kompetenzstufe 2 liegen die leistungsschwächsten Jugendlichen
die Kompetenzstufen 2 bis 4 bilden die mittleren Gruppen
die leistungsstärksten Schüler erreichen die Kompetenzen 5 und 6
Trotz der durchschnittlichen Platzierung für Deutschland fallen die Ergebnisse so schlecht aus wie nie seit der Pisa‑Erhebung. Der Leiter der Pisa-Studie in Deutschland, Prof. Samuel Greiff, sagte dem ZDF: „Wir sehen in allen drei erfassten Bereichen sinkende Leistungen.“ Besonders alarmierend sei, dass sich dieser Negativtrend schon seit etwa 2015 beobachten lasse. Rund ein Fünftel der Jugendlichen erreicht in allen drei Bereichen keine ausreichende Basiskompetenz. In Lesen und Mathe verfehlt etwa ein Drittel die Mindeststandards, in Naturwissenschaften etwa ein Viertel.
In kaum einem anderen Land wie Deutschland hängt der Bildungserfolg laut der Studie so stark von der sozialen Herkunft ab. Nur zwei Prozent der Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien schaffen es in den leistungsstarken Bereich, während es bei Jugendlichen aus sozioökonomisch privilegierten Familien rund 25 Prozent sind. Länder wie Norwegen oder Kanada zeigten, dass hohe Leistungen und mehr Bildungsgerechtigkeit gleichzeitig möglich seien, sagte Prof. Greiff dem ZDF.
Als einen wichtigen Ansatz sieht der Bildungsforscher eine frühere Förderung. Deutschland wartet häufig zu lange, bis Unterstützungsbedarf erkannt wird. Vor allem Sprachförderung bereits im Kita-Alter sei entscheidend, da die Unterrichtssprache die Grundlage für ein späteres Lernen bilde.
Es gibt aber auch Lichtblicke. Rund drei Viertel der Jugendlichen fühlen sich an ihrer Schule wohl und berichteten von einer hohen Zugehörigkeit. Außerdem zeigen deutsche Schüler im Bereich der digitalen Kompetenzen auch ihre Stärken.
Quelle: ZDF



