Das Volkswagen-Werk in Osnabrück soll mit Rüstungsaufträgen eine Zukunft bekommen. Der Autobauer, das Land Niedersachsen und der Investor Aurelius Capital haben Eckpunkte für einen Verkauf vereinbart, was aus einer Mitteilung hervorgeht. Nach dem Ende der Auto-Produktion im nächsten Jahr soll der Standort dann schrittweise zu einem Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen entwickelt werden.
Der Plan sieht vor, dass Aurelius als Mehrheitseigentümer gemeinsam mit dem Land Niedersachsen die Volkswagen Osnabrück GmbH übernimmt. Das Ziel dieser Transaktion sei, den Standort langfristig zu erhalten. Die jetzt angesteuerte Lösung bietet nach Angaben des Betriebsrats eine Zukunft für knapp 1.400 der derzeit insgesamt 1.800 Beschäftigten. So würden rund drei Viertel der Beschäftigten mit einer Anschlussperspektive versorgt.
Als ein erstes Ankerprojekt ist demnach eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael vorgesehen. Das Unternehmen produziert Luftverteidigungssysteme und Lenkflugkörper und Anlagen für den elektronischen Kampf. Bekannt ist es als Hersteller des „Iron Dome“, mit dem Israel Raketen, Marschflugkörper und Drohnen bekämpft. Diese Kooperation soll den Weg für weitere Partnerschaften und Projekte unter dem Dach der neuen Gesellschaft ebnen.
Zuletzt blickten die Beschäftigten in Osnabrück auf eine ungewisse Zukunft: Die Produktion der dort gefertigten Porsche-Modelle ist schon Ende letzten Jahres ausgelaufen. Die Stuttgarter sagten außerdem eine erhoffte Folgeanfrage für einen E-Sportwagen ab. In Osnabrück wird aktuell das T-Rock-Cabrio gebaut. Eine Nutzung des Standorts außerhalb der klassischen PKW-Produktion ist daher schon länger im Gespräch.
Diese Vereinbarung ist noch kein vollzogener Verkauf. Dies bildet aber die Grundlage für die nächsten Schritte. „Dazu gehören die Festlegung der künftigen Verantwortlichkeiten, die wirtschaftliche und organisatorische Ausgestaltung sowie die Vorbereitung des möglichen Übergangs„, hieß es. Der Vollzug stehe unter anderem unter dem Vorbehalt abschließender Vereinbarungen, erforderlicher Gremienbeschlüsse und behördlicher Prüfung. Über weitere Einzelheiten werde ich noch informiert, sobald auch belastbare Ergebnisse vorliegen.
Quelle: ZDF, dpa, Reuters



