Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw in der Nacht wieder mit Drohnen und Raketen angegriffen. Wie die „Kyiv Independent“ berichtet, hat es Dutzende Explosionen gegeben. Der Gouverneur des Gebiets Kyjiw, Tymur Tkatschenko, warf der russischen Armee vor, gezielt, die zivile Infrastruktur und Wohngebäude anzugreifen. Wie der Katastrophenschutz auf Telegram mitteilte, sind acht Menschen direkt in der Hauptstadt getötet worden. Dort seien zudem fünf Menschen verletzt worden, darunter drei Kinder.
Tkatschenko schrieb auf Telegram, dass in der Stadt Boryspil ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden sei. 48 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Ein Mensch sei ums Leben gekommen, als eine Industrieanlage in der Stadt getroffen wurde. Tkatschenko rief die Bewohner auf, den Luftalarm nicht zu ignorieren und sich in die Schutzräume zu begeben. Es war der sechste Tag in Folge mit Angriffen auf die Region.
Auch aus anderen Landesteilen hat es über Nacht russische Angriffe gegeben. Darunter auch aus dem Raum Odessa am Schwarzen Meer. Die ukrainische Luftwaffe berichtete auf Telegram unter anderem über Angriffe auf Charkiw, Sumy und Saporischschja.
Der Bürgermeister von Kyjiw, Vitali Klitschko, hatte gestern (31.08.) auf Telegram erklärt, er habe die Behördenvertreter zusammengebracht, um über Änderungen der Sicherheitsmaßnahmen zu beraten. Er habe dabei vorgeschlagen, die U-Bahn weiter über die Dnipro-Brücken fahren zu lassen. Bei Luftalarm stoppt die Metro derzeit ihren Verkehr über den Fluss.
Die russische Armee hat die Angriffe auf die Ukraine zuletzt stark ausgeweitet. Regelmäßig fliegen Schwärme von Kampfdrohnen auf die Region Kyjiw zu. Zuletzt setzte Russland auch verstärkt Angriffe mit ballistischen Raketen ein, die besonders schnell fliegen und nur schwer abzufangen sind. Der Ukraine fehlen Abwehrsysteme vom Typ Patriot, die für die Verteidigung gegen die ballistischen Raketen besonders effektiv sind.
Quelle: ntv, dpa, AFP



