Im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die beiden Nord-Stream-Pipelines ist ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen worden. Es handelt sich dabei um einen ausgebildeten Taucher aus der Ukraine, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Er wurde demnach auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls in Kroatien gefasst.

Er wird wegen des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken verdächtigt. Der Beschuldigte solle nach einer Überstellung aus Kroatien dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Der Ukrainer soll zu einer Gruppe gehört haben, die im Jahr 2022 nahe der Insel Bornholm Sprengsätze an den Gasleitungen Nord Stream 1 und Nord Stream 2 platziert hat, so die Ermittler. Der Beschuldigte habe sich an den dazu erforderlichen Tauchgängen beteiligt. Die Sprengsätze detonierten Ende September 2022 und verursachten schwere Schäden an beiden Pipelines.

Die beiden Pipelines sind nicht mehr in Betrieb. Russland hatte die Gaslieferungen über Nord Stream 1 bereits kurz zuvor gestoppt, mutmaßlich auf die Sanktionen der EU wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Nord Stream 2 ist nie in Betrieb gegangen.

Eine erste Festnahme hatte es im August letzten Jahres gegeben. Damals wurde ein früherer ukrainischer Offizier im Urlaub in Italien gefasst und später nach Deutschland ausgeliefert. Ende Juni klagte ihn die Bundesanwaltschaft als Mittäter eines Kriegsverbrechens des Angriffs gegen zivile Objekte an, außerdem wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der Zerstörung von Bauwerken und der Störung öffentlicher Betriebe.

Der jetzt gefasste Ukrainer wird nun des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken dringend verdächtigt. Er soll nach seiner Überführung aus Kroatien dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheiden wird.

Quelle: ZDF, AFP, Reuters

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Waldemar
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