Heute (11.08.) hat die RTL Group ihre Halbjahresbilanz vorgelegt und damit zum ersten Mal auch Zahlen vorgelegt, in denen sich auch die Übernahme von Sky Deutschland widerspiegelt. Seit dem 1. Juni gehört der Pay-TV-Konzern zu RTL. Damit sind zumindest in dieser Halbjahresbilanz für einen Monat auch Zahlen mit Sky schon drin. Während RTL ohne Sky einen stabilen Umsatz im ersten Halbjahr von 0,1 Prozent vorgelegt hätte, kann man nun ein Wachstum um 3,9 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro nachweisen.

Noch viel deutlicher sind die Auswirkungen vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Adjusted EBITA). In den ersten sechs Monaten von 2026 lag dieser mit 239 Millionen Euro um 79 Millionen Euro höher als noch im ersten Halbjahr 2025. Der Löwenanteil des Anstiegs geht dabei auf die Sky-Übernahme zurück: Sky allein hat RTL einen EBITA-Gewinn von 60 Millionen Euro beschert. Aber das ist nur ein kurzfristiger Effekt. Über das Jahr verteilt hat Sky vergleichsweise stabile Einnahmen, da der Großteil von Abos kommt. Gleichzeitig fielen im Juni aber kaum Ausgaben für Sportrechte oder Sportproduktionen an, nur für diesen einen Monat war Sky deswegen hochprofitabel.

Auf das gesamte Jahr gesehen sieht es aber anders aus. RTL hat zwar seine Umsatzprognose für das gesamte Jahr 2026 um eine Milliarde auf 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro angehoben, das Adjusted EBITA erwartet man in Luxemburg mit rund 725 Millionen aber in gleicher Höhe, wie man es vor der Sky-Übernahme prognostiziert habe. Sky bringt kurzfristig also mehr Umsatz, aber keinen zusätzlichen Gewinn. Aber auch kein Verlust. Mittelfristig sind es die Synergien, die die Übernahme zu einem guten Deal machen sollen. Das Ziel ist ja, innerhalb von drei Jahren jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro zu realisieren, bekräftigte RTL nochmal. Mittelfristig peilt die RTL Group auch ein Adjusted EBITA von einer Milliarde Euro an.

Auch ohne die Sky-Übernahme konnte die RTL Group im ersten Halbjahr ihren operativen Gewinn steigern. So konnte man den um 18 Millionen Euro steigern, obwohl der TV-Werbemarkt dem Unternehmen weiterhin zu schaffen macht. Gruppenweit lagen die Werbeumsätze im TV bei 977 Millionen Euro im ersten Halbjahr und damit vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die digitalen Werbeumsätze sind um 10 Prozent gestiegen und die weiteren Werbeumsätze wie in Radio oder Print sind um 3,8 Prozent gestiegen. So hat sich das Minus insgesamt auf 0,7 Prozent reduziert.

Im Streaming gab es auch ein Wachstum. So sind sie um 27 Prozent auf 299 Millionen Euro nach oben gegangen. Für das gesamte Jahr erwartet man einen positiven Gewinn-Betrag beim Streaming in Höhe von 100 Millionen Euro. Ursprünglich hatte RTL hier mit 25 bis 50 Millionen Euro gerechnet. Aber nun wird das Streaming schneller profitabler als erwartet, was auch notwendig ist, um die Probleme im Linearen auszugleichen.

Die Streaming-Abos sind länderübergreifend innerhalb eines Jahres um 20,7 Prozent auf 8,728 Millionen gestiegen. Der Löwenanteil kommt aus Deutschland von RTL+. Da sind es 7,6 Millionen Abos. Innerhalb eines Jahres entspricht das einem Plus von 1,24 Millionen. Rechnet man die Sky-Abos dazu, sind es insgesamt 12,4 Millionen Abos in der DACH-Region. Sky Deutschland zählt also derzeit 4,8 Millionen Abonnenten. Generell wird der gesamte Konzern durch Sky deutlich unabhängiger vom Werbegeschäft.

Der neue CEO der RTL Group, Clément Schwebig, spricht von einer „starken Geschäftsentwicklung“ im ersten Halbjahr. Weiter sagte er: „Die Haupttreiber waren unser dynamisch wachsendes Streaming-Geschäft, höhere Zuschauer- und TV-Werbemarktanteile sowie der erfolgreiche Erwerb von Sky Deutschland. Gleichzeitig haben wir die einzigartige Stärke unserer Inhalte und Marken eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft auf M6 und M6+ erreichte 60 Millionen Zuschauer und sorgte zudem für eine außergewöhnlich hohe Reichweite in den sozialen Medien.“ Den Kauf von Sky Deutschland bezeichnete er als einen „Meilenstein für die RTL Group„. „Mit 12,4 Millionen bezahlten Abonnements in der DACH-Region sind wir die klare Nummer drei im deutschsprachigen Streaming-Markt„, sagte er.

Quelle: DWDL, RTL

Vorheriger ArtikelFamilienglück und Enttäuschungen liegen nah beieinander | Tomodachi Life | GAMESLIVE | 10.08.26
Waldemar
Chef von Derchotv | Newsjunkie, Gamer, politisch Interessiert, Mensch, Freund und ein Wadi