Im Prozess um den Anschlag auf eine Demo der Gewerkschaft Verdi in München ist der Angeklagte wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht München stellte bei dem 25-jährigen Mann außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Bei dem Anschlag im Februar 2025 sind eine Frau und ein zweijähriges Kind ums Leben gekommen. Es wurden mehr als 40 Menschen verletzt.
Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass der Täter absichtlich von hinten mit einem Auto in den Demonstrationszug fuhr. Der Vorsitzende Richter Michael Höhne sagte, dass der Tatort „ein einziges Trümmerfeld“ auf eine Breite von 12 Metern und eine Länge von 23 Metern sei. Mit dem Strafmaß folge das Oberlandesgericht der Forderung der Bundesanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf 15 Jahre Haft und die Unterbringung ihres Mandanten in der Psychiatrie plädiert.
Der Täter wurde von dem Gericht zudem wegen zweifachen Mordes und 23‑fachem versuchten Mordes verurteilt. Damit wertete die Kammer einen Fall mehr als versuchten Mord als die Bundesanwaltschaft ein. Zudem verurteilte das Gericht den Täter, der 2016 nach Deutschland gekommen ist, wegen 19-facher gefährlicher Körperverletzung und dreifacher Körperverletzung.
Die Bundesanwaltschaft stellte beim Täter ein komplexes Motivbündel fest. So sollen religiöse und auch politische Gründe eine Rolle für den Anschlag gespielt haben. Hinzu kamen Einsamkeit und diffuse Ängste. Der Täter selbst machte keine Angaben zu seinem Motiv.
Quelle: ZDF, AFP



