Auch wenn es in den USA stockt, in der EU ist der Deal zwischen Warner Bros. Discovery und Paramount-Skydance quasi durch. Die EU-Kommission hat die Übernahme gebilligt. Aber nur unter Auflagen. Denn es geht um den Vertrieb von Filmen in Europa, wie aus einer Mitteilung der Kommission hervor geht.

Beim Vertrieb von Filmen sah die EU-Kommission eine zu hohe Marktkonzentration. Paramount Pictures und Universal Pictures haben ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen United International Pictures (UIP), über das sie ihre Filme an Kinobetriebe vertreiben. „Durch die Transaktion wären auch die Filme von Warner über UIP vertrieben worden. Ohne Gegenmaßnahmen hätte dies zu ungünstigeren Miet- und Vertriebsbedingungen für Kinobetreiber geführt und letztlich Verbraucher benachteiligt“, bemängelte die EU-Behörde in Brüssel.

Paramount-Skydance habe deswegen verschiedene Verpflichtungen angeboten, die sicherstellen, dass die Filme des neu fusionierten Unternehmens nicht gemeinsam von Universal oder Disney vertrieben werden.

So muss Paramount-Skydance innerhalb von 13 Monaten nach Abschluss der Transaktion seine Beteiligung an der UIP im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beenden. Für 10 Jahre darf Paramount-Skydance zudem keine Vereinbarungen oder Absprachen mit Universal über den gemeinsamen Vertrieb von Filmen in Europa abschließen und für den Vertrieb von Warner- oder Paramount-Filmen nicht den gleichen Kinofilmvertrieb nehmen wie Disney und Universal. Ein unabhängiger Treuhänder wird das alles überwachen.

Unabhängig von der Entscheidung in Europa prüfen ja noch andere Behörden den Deal. So auch in den USA, wo jetzt eine Klage von 12 US-Bundesstaaten den Deal per Gerichtsbeschluss nur für zwei Wochen ausgesetzt hat. In dieser Zeit soll die Übernahme geprüft werden. Die Trump-Regierung hatte grünes Licht für den Mega-Deal im Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar gegeben.

Kritiker sehen in dem Deal eher eine Vereinheitlichung einiger Medien. Wie die des Nachrichtensenders CNN, der zu Warner Bros. Discovery gehört. Sie sehen die Unabhängigkeit des Senders in Gefahr. Paramount-Skydance-CEO David Ellison ist ein Freund der Trump-Familie und auch ein prominenter Unterstützer des Rechtspopulisten. Donald Trump kritisierte und beleidigte die Mitarbeiter des Senders durchgehend, wenn es um kritische Berichterstattung über ihn ging. Kritiker befürchten, durch die Übernahme der Ellisons würde die kritische Berichterstattung gar nicht mehr stattfinden.

Quelle: Handelsblatt

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Waldemar
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