Medienberichten zufolge plant Volkswagen einen weiteren massiven Stellenabbau. In den nächsten Jahren sollten demnach im Konzern weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen, berichtete das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Insider. Derzeit arbeiten beim Volkswagen-Konzern rund 657.000 Menschen. Das läge, sofern zutreffend, deutlich über den bislang kommunizierten rund 50.000 Stellen, die man vorwiegend in Deutschland bis 2030 abbauen will.
Wie sich diese Zahl genau zusammensetzt, ist bisher unklar. VW-Chef Oliver Blume habe seine Pläne für das Sanierungskonzept dem Vorstand vorgestellt. Ein zweiter Insider sagte dem Magazin, dass in einem zentralen Papier keine eindeutige Zahl stehe.
Das Management von VW will den Konzern völlig neu sortieren. So sollen sowohl die Kernmarke Volkswagen als auch die Komponententochter aus dem Konzernbund herausgelöst und in eigene Gesellschaften eingebracht werden. In der Logik könnten auch einzelne abgespaltene Marken einfach am Kapitalmarkt platziert werden. Nach Informationen des „Manager Magazins“ könnten mittelfristig vier Werke geschlossen werden. Das wären die Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm.
Ein Sprecher von VW erklärte, dass das Unternehmen interne, vertrauliche Unterlagen nicht kommentiere. Die zugrunde liegenden Sachverhalte würden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess solle nicht vorgegriffen werden. „Richtig ist, dass die gesamte Automobilindustrie und die Volkswagen Group eine tiefgreifende Transformation durchlaufen„, ergänzte der Sprecher. Der gesamte Konzern von VW inklusive der Marken und Gesellschaften muss sich tiefgreifend verändern. Dazu hat der Konzernvorstand in den vergangenen Monaten intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet. Der Aufsichtsrat soll darüber am 9. Juli entscheiden.
Arbeitnehmervertreter kündigten Widerstand an. Die IG Metall und der VW-Konzernbetriebsrat teilten dem Nachrichtensender ntv in einer Anfrage mit: „Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen. Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern.“ Weiter sagten sie: „Statt blinden Aktionismus zu zeigen, sollte der Vorstand endlich seinen Job machen und sich auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren: wettbewerbsfähige Produkte, Technologien, Konzernstrukturen und -synergien und damit auch sichere Beschäftigung.„
Bis zum Jahr 2030 gilt an den deutschen Konzernstandorten von VW eine Beschäftigungssicherung, die mit der IG Metall vereinbart wurde.
Quelle: ntv, ZDF, Manager Magazin



