Mutmaßliche Spionageattacken über den Messenger Signal haben wohl auch die Bundesregierung getroffen. Betroffen sind nach Informationen der dpa einzelne Kabinettsmitglieder. Offiziell hat sich die Bundesregierung bisher zu den Fällen nicht geäußert.
Laut Recherchen des Nachrichtenmagazins „SPIEGEL“ gehören Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bundesfamilienministerin Karin Prien zu den Opfern der Phishing-Angriffe. Diese Angriffe richteten sich unter anderem gegen Politiker, Journalisten und Militärs in Deutschland. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zähle nicht zu denjenigen, die angegriffen wurden. Mitte vergangener Woche wurde bekannt, dass auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner von diesen Angriffen betroffen war.
Vor den andauernden Phishing-Attacken über den Messenger Signal hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erstmals im Februar gewarnt. Später veröffentlichen sie einen Sicherheitshinweis mit konkreten Handlungsanweisungen. Darin hieß es, dass die Kampagne „wahrscheinlich durch einen staatlich gesteuerten Cyberakteur durchgeführt.“ Die Sicherheitsbehörden gingen zudem auf mehrere Politiker direkt zu, um sie zu warnen und herauszufinden, ob sich die Angreifer erfolgreich Zugang zu ihrem Account verschafft hatten.
Bei Phishing-Angriffen wird versucht, etwa durch gefälschte E-Mails oder Webseiten, an persönliche Daten wie Passwörter zu gelangen, um Zugriff auf Chatnachrichten, Fotos und Dokumente zu erhalten.
Die Bundesanwaltschaft, die zu den Angriffen ermittelt, hat sich bisher nicht zu einem möglichen Auftraggeber geäußert. Der niederländische Geheimdienst, der auch Attacken meldete, macht Russland dafür verantwortlich.
Quelle: ARD



