In diesem Jahr sind weltweit mindestens 54 Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das hat die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) in ihrer Jahresbilanz der Pressefreiheit berichtet. Das RSF erläutert, dass besonders die Kriegsberichterstattung riskant war. „Weltweit kamen in diesem Jahr 31 der 54 getöteten Journalistinnen und Journalisten in Kriegsgebieten ums Leben, so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr“, heiß es weiter.
Die Zahl der Opfer weltweit, für die Zwischenbilanz wird bis Ende November gezählt, entspricht bis jetzt noch dem Vorjahresniveau. Doch der RSF erfährt jedes Jahr im Nachhinein von weiteren Todesfällen, die erst später in die Statistik einfließen. Man geht daher von einem Anstieg auszugehen.
Der Gazastreifen war in diesem Jahr wieder die gefährlichste Region, wo Israel gegen die terroristische Vereinigung Hamas kämpft. Bis zum 1. Dezember seien dort 16 Journalisten von israelischen Streitkräften getötet worden, erklärte RSF. In Israel wurden demnach seit Beginn des Kriegs im Oktober 2023 zwei, im Libanon fünf Reporterinnen und Reporter wegen ihrer Arbeit getötet worden. Weiterhin bestreitet Israel weiterhin bewusst die Tötung von Medienvertretern in Gaza. Man räumt aber ein, dass einige bei Luftangriffen ums Leben gekommen sein könnten. Reporter ohne Grenzen hat sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag dafür eingesetzt, dass Tötungen von Medienschaffenden als mögliche Kriegsverbrechen untersucht werden.
Doch in anderen Regionen in der Welt sind Reporterinnen und Reporter ins Visier geraten. Zu den weltweit gefährlichsten Orten für Journalisten gehören laut dem Bericht Pakistan, wo es sieben Tote gab sowie Bangladesch und Mexiko mit jeweils fünf verzeichneten Todesfällen. Laut dem Jahresbericht sind in diesem Jahr 550 Journalisten inhaftiert, die meisten in China, Myanmar und Israel. 55 Medienvertreter werden als Geiseln gehalten, 95 Journalisten werden vermisst.
Die Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen, Anja Osterhaus, sagte: „Medienschaffende werden getötet, inhaftiert und entführt, und viel zu häufig bleiben diese brutalen Verbrechen straffrei.“ Weiter sagte sie: „Wir müssen diejenigen schützen, die uns informieren. Ihre mutige Arbeit macht menschliches Leid in Kriegen, Korruption und Machtmissbrauch sichtbar.“
Quelle: ARD



