Bei Schülerprotesten in Frankreich sind nach Angaben der Regierung seit Montag (28.09.) mehr als 5.000 Menschen festgenommen worden. Der Innenminister des Landes, Laurent Nuñez, sagte in einem Fernsehinterview, dass es am Freitag (02.10.) 1.747 Festnahmen gegeben habe, am Donnerstag (01.10.) 1.954.
Rund 85 Prozent der Festgenommenen seien minderjährig, die meisten von ihnen Schülerinnen und Schüler. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass sie auch Schulen besuchen, in deren Nähe sie festgenommen wurden.
Nach Angaben des französischen Innenministers waren gestern insgesamt 735 Schulen von der Protestaktion betroffen, 30 Prozent weniger als am Vortag. „Es gab Ausschreitungen in der Nähe von 158 Einrichtungen: Wurfgeschosse, Angriffe auf Ordnungskräfte, Lehrkräfte, Journalisten, Passanten„, sagte Nuñez. Er bezeichnete das Ausmaß als erheblich und überraschend und führte es unter anderem auf soziale Netzwerke der linken Partei LFI zurück: Die politische Mobilisierung habe der Bewegung eine gewisse Größenordnung verliehen, die Gewalt sei den Verantwortlichen jedoch völlig entglitten.
Die Schüler fordern eine bessere Ausstattung der Schulen und mehr Lehrer und kritisierten die Verschmutzung der Gebäude und überfüllten Klassen. Schülervertreter distanzierten sich von der Gewalt, riefen aber dazu auf, die Proteste fortzusetzen. Es gab aber auch Kritik an den Sicherheitskräften. Obwohl die Regierung betont, diese würden zurückhaltend vorgehen, werfen andere ihnen übermäßige Gewalt vor.
Quelle: ARD



