Der ADAC hat sich dafür ausgesprochen, dass die sogenannte 12-Uhr-Regel an den Tankstellen abgeschafft werden soll. Die Regel hat zwar die Zahl der täglichen Preisänderungen erheblich reduziert und dann den Zeitpunkt der Preiserhöhung vorhersehbarer gemacht. Das haben die Preise aber keinesfalls gesenkt, teilte der ADAC mit. Weiter heißt es vom Automobilclub, dass sich die Preisdifferenz innerhalb eines Tages deutlich ausgeweitet hat.
Die sogenannte 12-Uhr-Regel gibt es in Deutschland seit dem 1. April. Tankstellen dürfen die Preise für Benzin und Diesel seitdem nur noch einmal am Tag erhöhen, und das um 12 Uhr. Preise können jederzeit gesenkt werden. „Wer mittags nach 12 Uhr tanken muss, hat erhebliche Zusatzkosten, die sich in keiner Weise rechtfertigen lassen„, teilte der ADAC weiter in seiner Mitteilung mit. Die 12-Uhr-Regel hat ihr Ziel aus Verbrauchersicht nicht erreicht. „Deshalb sollte sie abgeschafft werden„, sagte der Verkehrspräsident des ADAC, Peter König.
Mit ihrer Kritik steht die ADAC nicht alleine da. Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) schrieb schon Ende April in einer Auswertung, dass die einmalige Preiserhöhung indirekt zu höheren Durchschnittspreisen führe. Damals hieß es: „Die Preise sind während der Mittagszeit bis in die Abendstunden systematisch erhöht, während die Preise in den Morgenstunden tendenziell unter den Tagesdurchschnitt fallen„.
Vor der 12-Uhr-Regel hätten die Verbraucher über den Tag zahlreiche Gelegenheiten gehabt, günstiger zu tanken. Auch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung bewertete diese Maßnahmen negativ.
Die von der Bundesregierung beschlossene befristete Senkung der Energiesteuer sieht der ADAC als richtigen Schritt an. Dies sei aktuell die realistisch umsetzbare Entlastungsmöglichkeit für Autofahrer. Es müsse sichergestellt werden, dass die Steuersenkung möglichst an der Zapfsäule weitergegeben werde. Den Preisdeckel, der auch von der Bundesregierung angekündigt wurde, wird der ADAC konstruktiv begleiten. Ein staatlich festgelegter Höchstpreis könne kurzfristig vor extremen Preisspitzen schützen. Er garantiere jedoch nicht automatisch dauerhaft niedrige Preise. Insbesondere die konkrete Höhe und die Berechnung des zulässigen Preises seien entscheidend.
Quelle: ZDF, dpa



