In Deutschland werden die Heizkosten einer Studie zufolge für viele Haushalte zur Dauerbelastung. In dem neuen „Heizspiegel“ für das Jahr 2026, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund erstellt hat, heißt es: „Besonders Heizöl und Holzpellets dürften deutlich teurer werden.„
Beim Erdgas sieht co2online dagegen trotz der aktuell gestiegenen Großhandelspreise insgesamt eine leichte Entlastung. „Durch geringe Beschaffungskosten zum Jahresbeginn und den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die Heizkosten im Jahresdurchschnitt leicht sinken„, begründen sie in ihrer Berechnung. Konkret rechnen die Experten mit einem leichten Rückgang um 4 Prozent auf 1.120 Euro Jahreskosten. Doch die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise könnten mit Verzögerung die Verbraucherpreise erhöhen und die Gaskosten Ende 2026 oder im Laufe des nächsten Jahres steigen lassen, heißt es.
Die Experten haben die erwarteten Heizkosten unter anderem für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durchgerechnet. Dort prognostizieren sie vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs für Heizöl einen Anstieg von 24 Prozent auf 1.275 Euro. Bei Holzpellets rechnen die Experten für dieses Jahr mit einem Plus von 17 Prozent auf 860 Euro Jahresheizkosten. Als einen Hauptgrund sieht co2online dabei die anhaltende Knappheit der Pellet-Rohstoffe infolge einer schwachen Baukonjunktur. Auch bei den anderen untersuchten Heizarten rechnet co2inline mit leichten Anstiegen: Bei Fernwärme geht es um einen Prozent nach oben auf 1.310 Euro und bei Wärmepumpen geht es um drei Prozent nach oben auf 735 Euro.
Die Gesellschaft betonte, dass viele Haushalte ihre Heizkosten deutlich senken könnten. „Rund 90 Prozent aller Haushalte verfügen noch über Sparpotenzial„, hieß es. Schon einfachste Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften oder ein geringerer Wasserverbrauch könnten den Energieverbrauch um bis zu 10 Prozent reduzieren. „Noch größere Einsparungen ermöglichen Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme„, heißt es weiter.
Angesichts der Entwicklung fordert der Deutsche Mieterbund (DMB) einen besseren Schutz für Mieterhaushalte vor zu hohen Preissteigerungen. „Gerade fossile Heizungen werden immer mehr zum Kostenrisiko – besonders in älteren und energetisch schlechten Gebäuden„, sagte der Bundesdirektor des DMB, Florian Becker. Der Bauherren-Schutzbund riet Hauseigentümern, bei einem Heizungstausch auch auf die Betriebs- und Wartungskosten zu schauen und nicht nur auf die Investitionskosten.
Quelle: ZDF, dpa, Reuters



