Heute (30.07.) haben die Menschen auf der Erde die Rohstoffe aufgebraucht, die die Erde innerhalb von einem Jahr erneuern kann. Zu diesem Ergebnis ist das Global Footprint Network gekommen. Jedes Jahr berechnet die Organisation den sogenannten Erdüberlastungstag jedes Jahr aufs Neue.
Die Menschheit lebt demnach ab heute ökologisch betrachtet auf Pump: Sie beansprucht mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wale, als eigentlich rechnerisch zur Verfügung stehen, und stößt mehr Kohlendioxid (CO2) aus, als Wälder und Ozeane aufnehmen können. Um den tatsächlichen Bedarf der Menschen zu decken, wären demnach rechnerisch 1,73 Erden nötig. Wie die Naturschutzorganisation WWF erklärte, sind die Folgen der Übernutzung schon sichtbar, wie durch Entwaldung, degradierte Böden, den Verlust der biologischen Vielfalt und steigende CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre.
Im letzten Jahr war der Erdüberlastungstag am 24. Juli. Die Verschiebung geht nach Angaben des WWF überwiegend auf aktualisierte Daten zurück und nicht darauf, dass die Menschheit nachhaltiger lebt. „Dass der Erdüberlastungstag dieses Jahr sechs Tage später liegt als 2025, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin deutlich über die ökologischen Grenzen unseres Planeten hinaus wirtschaften„, erklärte der Experte für Kreislaufwirtschaft von WWF Deutschland, Björn Schulz.
Wie sehen aber Lösungen aus, um den Stichtag des Erdüberlastungstags weiter nach hinten zu verschieben? Der mit Abstand größte Faktor sind die CO2-Emissionen mit 60 Prozent, deswegen liegt da auch einer der größten Hebel. Es gibt zudem auch noch andere Beispiele vom Global Footprint Network:
- CO2-Preis erhöhen: 63 Tage
- 75 Prozent des Stroms kommen aus CO2-armen Quellen (jetzt: 39 Prozent): 26 Tage
- Autofahrten um 50 Prozent verringern: 13 Tage
- Halb so viel Fleisch konsumieren: 17 Tage
- Verschwendung von Lebensmitteln halbieren: 13 Tage
- 350 Millionen Hektar Wald wieder aufforsten: 8 Tage
- Flugreisen zu touristischen Zielen halbieren: 1 Tag
Bundesumweltminister Carsten Schneider stellte das Engagement für Klimaschutz als Reaktion auf die Entwicklung heraus. Man werde „weiterhin die erneuerbaren Energien ausbauen. Und deshalb wollen wir zerstörte Natur, wo immer möglich, auch wiederherstellen„, sagte er der „Rheinischen Post“. Er mahnte zudem: „Wir haben nur diese eine Erde, die uns Menschen versorgt.„
Quelle: ZDF, dpa, epd, WWF, Global Footprint Network



