Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis geht an die beiden US-Forscher Michael Woodford und Robert Hall. Sie bekommen die Auszeichnung für ihre Arbeiten darüber, wie Geld- und Fiskalpolitik, die dazu beitragen kann, Konjunkturschwankungen zu stabilisieren: Die Ökonomen wurden für die „makroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung“ ausgezeichnet, erklärte die Schwedische Akademie der Wissenschaften.
Die beiden US-Forscher hätten neue makroökonomische Modelle zur Umsetzung wirksamer Stabilisierungsmaßnahmen entwickelt, sagte die Akademie weiter. Auf Grundlage dieser Modelle „können rechtzeitig ergriffene finanz- und geldpolitische Maßnahmen die Schwankungen der Konjunktur abfedern„.
Die Preisträger hätten eine „solide theoretische Grundlage“ für Modelle geliefert, die heute von Regierungen und Zentralbanken weltweit verwendet würden, erklärte der Vorsitzende des für den Wirtschaftsnobelpreis zuständigen Komitees, John Hassler. „Mit ihnen sind wir besser gerüstet, um wirtschaftliche Schocks wie Energiekrisen oder plötzliche Veränderungen beim Konsumverhalten der Haushalte zu bewältigen.„
Hall, geboren 1943, ist an der Stanford University angestellt und Woodford, geboren 1955, unterrichtet an der Columbia University in New York. Woodford nannte die Auszeichnung eine enorme Ehre. „Es ist eine große Überraschung, aber es fühlt sich sehr gut an„, sagte er. Er wurde bei der Verkündung telefonisch zugeschaltet.
Der Wirtschaftsnobelpreis wird immer nach den anderen Nobelpreisen an einem Montag verliehen. Er ist der einzige Nobelpreis, der nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurückgeht. Dieser Wirtschaftspreis wurde im Jahr 1968 nachträglich gestiftet und wurde 1969 erstmals vergeben.
Der Preis wird deswegen nicht offiziell Nobelpreis genannt, sondern Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Wie die anderen Auszeichnungen wird er auch am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel, verliehen, und zwar in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.
Quelle: ZDF, dpa, AFP



