Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Aussagen des AfD-Politikers Ulrich Siegmund kritisiert. Siegmund, der sich im Dezember zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt wählen lassen will, hatte dem „heute-show“-Reporter Fabian Köster auf den Fluren des Landtags von Magdeburg nahegelegt, sich einen neuen Job zu suchen, und auf eine mögliche Kündigung des Medienstaatsvertrags hingewiesen. Ausgestrahlt wurde die Szene in der letzten Ausgabe der „heute-show“ vom Freitag (09.10.).
Mika Beuster, der Bundesvorsitzende des DJV, sagte: „Erst kritische Journalisten unter Druck setzen, dann Sender abwickeln wollen: Das ist kein Medienkonzept, das ist pure Einschüchterung.“ Wer kritische Berichterstattung mit der beruflichen Existenz verknüpfe, überschreite eine rote Linie.
Das ZDF wies unterdessen darauf hin, dass seine journalistische Unabhängigkeit durch das Wählergebnis in Sachsen-Anhalt nicht angetastet werde. Diese sei durch die im Grundgesetz garantierte Rundfunkfreiheit, die staatsferne Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und klare redaktionelle Verantwortung geschützt. „Regierungen und Parteien können dem ZDF keine Vorgaben für seine Berichterstattung machen„, erklärte eine ZDF-Sprecherin gegenüber dem Portal „t-online“.
Der DJV äußerte sich besorgt darüber mit Blick auf Berichte, wonach Köster im Anschluss an die Begegnung mit Siegmund von einem Team des AfD-nahen Portals „Deutschland-Kurier“ durch die Gänge des Landtags verfolgt worden sein soll. „Parlamentarische Räume müssen Orte sein, an denen Journalistinnen und Journalisten frei und sicher arbeiten können„, sagte Beuster. Der DJV fordert die Verantwortlichen in den Landtagen daher auf, den Schutz der journalistischen Arbeit sicherzustellen.
Köster selbst zeigte sich augenscheinlich unbeeindruckt und scheute die Auseinandersetzung mit Siegmund und weiteren AfD‑Politikern nicht. Wie der Beitrag der „heute-show“ zeigt, konterte der Reporter unter anderem mit Verweis auf die Vetternwirtschaftsaffäre der AfD. Zudem betonte das ZDF, dass die Sicherheit der Mitarbeitenden immer hohe Priorität habe. „Mögliche Risiken werden immer im Vorfeld von Einsätzen bewertet, und bei Bedarf werden geeignete Schutzmaßnahmen getroffen„, erklärte das ZDF.
Quelle: DWDL, ZDF, YouTube



