Nach den Sabotageversuchen an Umspannwerken in mehreren Bundesländern fahndet die Polizei weiter nach einem Verdächtigen, der sich in zwei Schreiben zu den Taten bekannt hat. Eine Sprecherin der Polizei Köln hat am Samstagmorgen (05.09.) bestätigt, dass „die Fahndungslage“ andauere. Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen 48-jährigen Mann aus Gevelsberg bei Hagen im Ruhrgebiet handeln, wie NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mitteilte.
Der Mann hatte in zwei Schreiben die Verantwortung für versuchte Anschläge auf das Stromnetz rund um die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg übernommen. Er bekannte sich auch zu den Anschlägen auf die Stromversorgung bei Gohr, Bergheim-Rheidt, Dormagen und Weisweiler in NRW. Die Bekennerschreiben enthalten nach Angaben des NRW-Innenministers nicht öffentlich bekanntgegebenes Täterwissen.
Als Grund für die Sabotageakte nannte der 48-Jährige in dem Schreiben den „Kampf gegen fossile Brennstoffe„. Die versuchten Anschläge konzentrieren sich auf NRW, Brandenburg und zuletzt auch auf Sachsen. In allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt. In Sachsen wurden in der Nähe von zwei Umspannwerken Sprengvorrichtungen gefunden. Die Angaben der Polizei stammten. Die Hinweise auf diese Vorrichtungen stammten ebenfalls aus einem Bekennerschreiben, das letzte Woche bei der Polizei eingegangen war.
Gestern (04.09.) wurde die Wohnung des Verdächtigen durchsucht, in der die Einsatzkräfte Sprengstoff sicherstellen konnten. Das Auto des Verdächtigen wurde zudem am Hambacher Forst entdeckt. Es handelte sich um einen Lastwagen, der zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Doch bei keinem der Einsätze wurde der Mann selbst aufgegriffen. Es ist noch nicht bestätigt worden, dass der Verdächtige wirklich für einen oder mehrere Anschlagsversuche verantwortlich ist. Laut Reul ist neben einem möglichen linksextremistischen Motiv auch eine „fremdstaatlich gesteuerte Sabotage“ nicht auszuschließen.
Quelle: ARD



