Der ehemalige Oberbürgermeister von Köln, Fritz Schramma, ist im Alter von 78 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Er war von 2000 bis 2009 Oberbürgermeister der Rheinmetropole. Wie die Stadt Köln mitteilte, wird ab morgen (19.08.) ein Kondolenzbuch ausgelegt.
In Schrammas Amtszeit legte er den Fokus unter anderem auf die Betreuung und Bildung von Kindern und Jugendlichen und widmete sich auch der Sanierung von Schulen und dem Ausbau von Betreuungsangeboten. Neben der Neugestaltung des Rheinauhafens fielen auch der Einsturz des Kölner Stadtarchivs und der Bau der Moschee in Köln-Ehrenfeld in seine Amtszeit. Im vergangenen Jahr trat Schramma aus der CDU aus. Er kritisierte die mangelnde Aufarbeitung der Wahlniederlage bei der Kommunalwahl 2025 in Köln.
Kölns aktueller Oberbürgermeister, Torsten Burmester, sagte: „Die Kölnerinnen und Kölner werden ihrem früheren Oberbürgermeister ein ehrendes Andenken bewahren.„
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) teilte nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa mit, Schramma habe in einer für Köln wichtigen Zeit Verantwortung übernommen und sich mit Tatkraft und Beharrlichkeit für den Zusammenhalt der Stadt und ihre Zukunft eingesetzt. „Dabei war ihm der Dialog mit den Menschen immer besonders wichtig„, betonte Wüst. „Fritz Schramma stand für eine Politik, die zuhört, vermittelt und unterschiedliche Interessen zusammenführt.„
Der Fraktionschef der SPD im NRW-Landtag und Spitzenkandidat der NRW-SPD für die Landtagswahl im nächsten Jahr, Jochen Ott, äußerte sich auch zum Tod von Schramma. „Mit Fritz Schramma verliert Köln einen Menschen, der die Stadt über viele Jahre geprägt und sich mit großer Leidenschaft für sie eingesetzt hat. Ich habe ihn über viele Jahre in unterschiedlichen politischen Rollen erlebt. Wir hatten unterschiedliche Meinungen, haben gestritten und viele gute und gemeinsame Momente miteinander geteilt – immer verbunden durch unsere Liebe zu Köln und mit gegenseitigem Respekt„, so Ott. Bei ihrem letzten Treffen habe man sich herzlich voneinander verabschiedet und auf ein Wiedersehen gefreut. Die Nachricht über den Tod stimme ihn „sehr traurig„, heiße es von ihm. Ott war bis 2019 Chef der Kölner SPD.
Quelle: WDR, dpa



