Die Nordische Kombination wird bei den Olympischen Winterspielen in den französischen Alpen nicht mehr dabei sein. Seit den ersten Winterspielen im Jahr 1924 waren sie Teil der Wettkämpfe, nun das Aus bei Olympia.

Als Begründung gab das Internationale Olympische Komitee (IOC) bekannt, dass die Nordische Kombination bei den Zuschauern bei vier aufeinanderfolgenden Winterspielen zwischen 2014 und 2026 die unbeliebteste Sportart gewesen sei. Das hätten Studien ergeben, so das IOC. „Bei den jüngsten Olympischen Winterspielen rangierte sie bei elf der 14 untersuchten Beliebtheitsindikatoren auf dem letzten Platz.“ Zudem waren nach Ansicht des IOCs die Erfolge auf zu wenige Nationen konzentriert. Bei den Winterspielen in Russland, Südkorea, China und Italien gingen 36 Medaillen in insgesamt 12 Wettbewerben nur an Aktive aus fünf Nationen.

Der langjährige deutsche Bundestrainer Hermann Weinbuch hoffte mit Blick auf die zuletzt stattgefundenen Junioren-Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr und in diesem Jahr, dass dieses Argument nicht zum Tragen komme. In Lake Placid sowie in Lillehammer kamen die Medaillengewinner aus sechs beziehungsweise acht Nationen. „Das sind sehr positive Entwicklungen, die das IOC hoffentlich angemessen würdigt. Es kommt mir aber so vor, als wäre unsere Vielseitigkeit nicht mehr gefragt„, sagte Weinbuch noch vor einigen Tagen, so die ARD-Sportschau.

Das Aus der Nordischen Kombination hatte sich in den letzten Jahren immer wieder angedeutet. Es gab auch keinen Frauen-Wettbewerb in der Nordischen Kombination, die jetzt wohl auch nicht so schnell kommen wird.

Ein schwerer Schlag ist dies vor allem für die Kombinierer-Nation Deutschland. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bedauerte die Entscheidung des IOC. „Ich teile die Enttäuschung der Athletinnen und Athleten, die über Jahre mit großer Disziplin, Leidenschaft und Entbehrung auf die Verwirklichung ihres olympischen Traums hingearbeitet haben und nun zunächst mit dieser Entscheidung leben müssen„, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert. Weiter sagte er: „Zugleich müssen wir anerkennen, dass das IOC das olympische Programm im Sinne zukunftsfester Spiele an veränderte Rahmenbedingungen anpassen muss.“ Auch für den Deutschen Skiverband (DSV) ist das Aus „nur schwer nachvollziehbar„, wie DSV-Vorstand Sport Andreas Schlütter in einer Mitteilung des Verbands erklärte. DSV-Sportdirektor Horst Hüttel erklärte in einem Interview mit dem MDR, dass die Entscheidung des IOC „in keinster Weise“ nachvollziehbar sei.

Für die Förderung könnte das Aus der Nordischen Kombination bei den Olympischen Spielen massive Einschnitte bedeuten. Der DSV wolle die Sportart weiterhin „in vollem Umfang“ unterstützen, aber wie es bei den Bundesmitteln und den damit verbundenen Investitionen nach diesem Jahr weitergehen wird, ist laut Hüttel noch nicht abzusehen.

Quelle: ARD, dpa, SID

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Waldemar
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