Ein Kinderarzt aus Brandenburg ist wegen mutmaßlicher Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung in 130 Fällen angeklagt worden. Einen Großteil der über einen Zeitraum von rund 12 Jahren begangenen Taten soll der Beschuldigte „im Rahmen der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit“ begangen haben, wie die Staatsanwaltschaft Potsdam mitteilte.
Der Mediziner war demnach bei einer Klinikgruppe tätig. Die Taten sollen sich zwischen den Jahren 2013 und 2025 ereignet haben. Der Mann wurde im November 2025 nach dem mutmaßlichen Missbrauch eines Kindes in Rathenow festgenommen. Die Mutter zeigte ihn an. Danach kam es zu Durchsuchungen und die Ermittler stellten eine Vielzahl von Datenträgern sicher.
Der damals 45-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft prüfte, ob es noch weitere Opfer gab. Als Haftgrund wurde auch Wiederholungsgefahr angeführt. Die Dimension der Taten war bislang nicht bekannt. Die Anklage erfolgte beim Landgericht Potsdam. Es muss den Fall nun prüfen und über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Dem Arzt werden verschiedene Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung vorgeworfen, darunter etwa schwerer sexueller Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung.
Die Klinik, wo der Kinderarzt gearbeitet hatte, hatte im Januar schon angekündigt, ihre Schutzmechanismen zu überprüfen und den Fall mit der Hilfe von Experten aufzuarbeiten. Bei der Untersuchung des Kindes sei das geltende Vier-Augen-Prinzip, wonach zwei Personen anwesend sein müssen, verletzt worden, hatte die Klinikgruppe damals erklärt. Es ist eine interne Aufarbeitung eingeleitet worden.
Quelle: ZDF, AFP, dpa



