Der Amokfahrer von Leipzig ist in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht worden. Am Dienstag (05.05.) hat ein Ermittlungsrichter eine einstweilige Unterbringung des 33-Jährigen in der Psychiatrie angeordnet, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es seien „dringende Gründe“ dafür vorhanden, dass der Beschuldigte die Tat mit 2 Toten und zahlreichen Verletzten am Montag (04.05.) „im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit begangen hat„.
Der Unterbringungsbefehl geht demnach davon aus, dass der 33-Jährige mit seinem Fahrzeug in Tötungsabsicht handelte und „möglichst viele Menschen töten und schwer verletzen wollte„, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig erklärte. Die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe seien erfüllt. Zudem werden ihm versuchter Mord in 4 Fällen jeweils in Tateinheit mit schwerem gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter.
Wegen der bisherigen Ermittlungen und fachärztlichen Stellungnahmen sehe der Ermittlungsrichter die Voraussetzungen für eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus derzeit als gegeben. Ob die auch wirklich vorliegen, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen und einer forensisch-psychiatrischen Begutachtung des Beschuldigten. Der Unterbringungsbefehl könne jederzeit in einen Haftbefehl umgewandelt werden.
Nach Angaben der Polizei war der 33-jährige Deutsche am Montag gegen 16:45 Uhr im Stadtzentrum in die Grimmaische Straße, die zu den zentralen Einkaufsstraßen von Leipzig gehört, gefahren. In der Fußgängerzone erfasste er dann mehrere Menschen mit seinem Wagen. Der Fahrer brachte dann das Auto selbst zum Stehen und ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Dabei sind zwei Menschen getötet und sechs Menschen von ihnen verletzt worden.
Zu den Hintergründen der Tat gibt es weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse. Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv liegen nach Angaben der Ermittler nicht vor.
Quelle: ntv, AFP, dpa



