Deutschland ist in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit wieder zurückgefallen. Die Bundesrepublik liegt nur noch auf dem 14. Platz und damit drei Plätze schlechter als 2025, teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) mit.
Die Lage in Deutschland wird weiterhin als „zufriedenstellend“ bewertet, aber Journalistinnen und Journalisten sehen sich laut dem Bericht zunehmend Bedrohungen im Internet und auf der Straße ausgesetzt. Als Grund nennt RSF vor allem das raue Arbeitsklima. Polarisierende Themen wie Berichterstattung zu Nahost führen demnach zu erschwerten Bedingungen in Redaktionen und zu wachsendem Druck auf Medienschaffende. Insgesamt berichteten viele Journalistinnen und Journalisten von Hass, Diffamierung und einem Vertrauensverlust gegenüber den Medien.
Auf der ganzen Welt hat sich die Situation der Pressefreiheit nach Angaben der RSF weiter verschlechtert. Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste würden mehr als die Hälfte aller untersuchten Länder und Territorien in die Kategorien „schwierig“ oder „sehr ernst“ fallen. Nur noch in 7 Ländern sei die Lage „gut“. Dort lebt aber nach Angaben der RSF nur ein Prozent der Weltbevölkerung.
Auf Platz 1 ist weiterhin Norwegen, das zum 10. Mal in Folge den ersten Platz belegt. Danach folgen die Niederlande und Estland. Am Ende der Rangliste stehen wie in den letzten Jahren Eritrea, Nordkorea und China.
Reporter ohne Grenzen sieht vor allem im rechtlichen Bereich deutliche Rückschritte. In vielen Staaten werde Journalismus zunehmend kriminalisiert, etwa durch Gesetze unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung oder der nationalen Sicherheit. Gleichzeitig wirkten sich Kriege und Konflikte weiterhin massiv auf die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten aus.
Die Rangliste von RSFG vergleicht die Lage der Pressefreiheit in 180 Ländern und Territorien anhand von mehreren Kriterien, darunter Sicherheit, politisches Umfeld, rechtliche Rahmenbedingungen sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren. Diese Rangliste wird jedes Jahr von Reporter ohne Grenzen veröffentlicht.
Quelle: ZDF, dpa



