Mehr als jeder zweite Rentner bekommt nach Angaben der Bundesregierung weniger als 900 Euro. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervor, berichtet das ZDF.

So haben 51,4 Prozent der Altersrentner im Jahr 2018 demnach weniger als 900 Euro Rente bekommen. Das seien mehr als 9,3 Millionen Menschen gewesen. Rund 58,6 Prozent der Rentner bekamen demnach weniger als 1.000 Euro.

Zimmermann sagte: „Es lässt sich also schlicht leugnen, dass die gesetzliche Rente nicht mehr armutsfest ist.“ Sie warnt außerdem: „Das Problem wird sich verschärfen, denn auch gute Betriebsrenten und die Absicherung über den Ehepartner werden seltener werden.“ Die genannten Rentendaten beziehen sich auf die Rentenzahlbeträge, also auf den Betrag der Rente nach dem Abzug von Sozialbeiträgen und vor dem Abzug vor Steuern.

Nach Einschätzung der Linken-Politikerin dürfte die Armutsquote noch höher liegen, da Pensionäre und Menschen mit privater Altersvorsorge typischerweise über ein höheres Alterseinkommen verfügen. Fast 560.000 Menschen mussten im letzten Jahr sogar die Grundsicherung im Alter beziehen. Diese steigt seit 2003 fast kontinuierlich an.

Zimmermann fordert: „Das gesetzliche Rentenniveau muss wieder auf 53 Prozent steigen.“ Rentenansprüche aus Niedriglöhnen müssten höher gewertet werden. Außerdem brauche Deutschland eine „solidarische Mindestrente von 1.050 Euro“ sowie einen altersarmutsfesten Mindestlohn. „Prekäre Beschäftigungsformen gehören abgeschafft und durch tarifliche entlohnte, gute Arbeitsverhältnisse ersetzt“, betonte sie.

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