Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Computerspielsucht als offizielle Krankheit in ihren neuen Katalog der Krankheiten aufgenommen. Dieser neue Katalog erscheint am 18. Juni. Der Psychologe Andy Przybylski von der Universität Oxford warnte mit rund 30 Kollegen vor dem WHO-Schritt. „Es besteht das Risiko, dass solche Diagnosen missbraucht werden“, schreiben sie. Es müsse noch geprüft werden, ob bei exzessiv spielenden Patienten nicht eher zugrundelegende Probleme wie Depressionen oder soziale Angststörungen behandelt werden müssten.

Nach einer Erhebung des Verbands GAME spielen in Deutschland rund 34,1 Millionen Menschen Computer- und Videospiele, 46 Prozent der Bevölkerung. 14,3 Millionen seien unter 30 Jahre alt. Auf unter einen Prozent schätzt GAME-Geschäftsführer Felix Falk den Anteil der Leute, die exzessiv spielen. „Wir finden es problematisch, wenn das Spielen Pathologisiert und die Spieler stigmatisiert werden“, sagte Falk.

Der Katalog des WHO dient zu einem den Ärzten als Hilfe bei der Diagnose. Zum anderen nutzen Krankenkassen ihn oft als Grundlage für Kostenübernahmen. Die 11. Auflage des Katalogs, International Classification of Diseases, muss formell noch von der Weltgesundheitsversammlung im Frühjahr 2019 abgesegnet werden. Die 10. Auflage stammt aus dem Jahr 1992.

Quelle: Heise.de

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