Ermittler in NRW gehen nach dem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln von einer Straftat aus. Auf einer Pressekonferenz sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU): „Es besteht der Anfangsverdacht einer verfassungsfeindlichen Sabotage.“ Es wird demnach in zwei Richtungen geprüft. Einmal „fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus„, heißt es. Nichts davon kann ausgeschlossen werden.
Reul betonte, dass dies Absicht war und damit eine Straftat war. „Wer da rangeht, greift unser Land an„, sagte er. Die Täter hätten mutmaßlich leitfähiges Material, möglicherweise Kabel, auf eine Oberleitung gebracht und damit den Kurzschluss ausgelöst. Weitere Angaben seien zunächst nicht möglich. Reul sagte weiter, dass man bisher nichts gefunden hat. Die Polizei weitete dadurch auch die Tatortaufnahme aus. „Da wird nichts liegen gelassen, wir schauen überall hin, jede Spur wird gesichert, jeder Meter zweimal angeschaut„, sagte der NRW-Innenminister weiter.
Den Angaben zufolge, wurde die Polizei gestern Abend (01.09.) gegen 20 Uhr zu dem Umspannwerk des Unternehmens Amprion in Bergheim gerufen. Es seien grelle Lichtblitze zu sehen gewesen. Einen Kurzschluss haben mehrere Leitungen getroffen.
Durch den Vorfall fielen nach Angaben von NRW-Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) fünf Braunkohl-Blöcke des Energieversorgers RWE aus. Für Bürgerinnen und Bürger sei die Stromversorgung aber „zu keinem Zeitpunkt gefährdet“ gewesen. Sie verwies auf einen ähnlichen Vorfall an einem Umspannwerk nahe dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. Dort waren gestern (01.09.) Sprengstoffvorrichtungen gefunden worden. Bei zwei ähnlichen Vorfällen innerhalb von 24 Stunden handele es sich um eine „Frage der nationalen Sicherheit„, sagte Neubaur.
Das Gelände um das Umspannwerk in Bergheim ist nach dem Vorfall weiträumig abgesperrt worden. Ein Sprecher der Essener Polizei sagte, dass die Ermittler vor Ort sind und alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden.
Quelle: ARD



