Die Europäische Union verhängt eine Millionenstrafe gegen den Online-Händler AliExpress wegen des Verkaufs illegaler Produkte. Die Plattform aus China muss 550 Millionen Euro zahlen, unter anderem weil gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika widerrechtlich wochenlang auf der Plattform nicht heruntergenommen wurden, teilte die EU-Kommission mit.

Das Unternehmen, das zum Alibaba-Konzern gehört, hat demnach nicht genug getan, um die Verbraucher in der EU vor solchen Produkten zu schützen. Die Händler, die von AliExpress eigentlich für den Verkauf von illegalen Produkten auf der Plattform bestraft werden sollten, kamen nach Ansicht der Kommission zum Teil davon. Sie hätten ihr Geschäft oft weiterbetreiben können, heißt es in der Mitteilung.

Dem Online-Händler wird demnach auch vorgeworfen, nicht genug Personal für die Überprüfung potenziell illegaler Produkte zu haben. Die Kontrolleure haben laut EU-Kommission zu viel Arbeit. Zudem würden die rechtswidrigen Produkte sogar empfohlen oder beworben, bevor AliExpress sie von der Plattform entferne. Tests der EU-Wächter haben gezeigt, dass trotz der Überwachungsversuche des Unternehmens folglich eine Vielzahl von gefälschten T-Shirts, Schuhen oder unsicherem Kinderspielzeug zirkulieren.

Die EU-Kommission ging vor allem gegen Fälschungen vor, die auf der Plattform angeboten werden. Die Verkäufer solcher Produkte unterbieten nach Einschätzung der EU-Kommission seriöse Unternehmen, die in Design, Sicherheitsüberprüfungen und Innovation investieren. Sie zwängen diese, mit Produkten zu konkurrieren, bei denen diese Investitionen umgangen würden, teilte die Kommission in Brüssel mit.

Der Online-Händler hat nun Zeit bis zum 20. Oktober, um einen Aktionsplan zur Nachbesserung in Brüssel vorzulegen. Sollte die EU-Kommission mit den Vorschlägen, die dann kommen werden, einverstanden sein, setzen sie eine Frist, bis wann diese umgesetzt werden müssten. Sollte dies nicht so sein, kann die Kommission auch eine tägliche Strafe verhängen.

AliExpress gehört zu den asiatischen Online-Händlern, die auch dem deutschen Einzelhandel Sorgen machen. Neben dem Branchenriesen Amazon spielen Plattformen wie Temu, Shein und auch AliExpress eine wachsende Rolle in Europa.

Quelle: ntv, dpa

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Waldemar
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