Nach der Debatte um die Leihmutterschaft ist Jens Spahn als Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag zurückgetreten. Ihm sei bewusst geworden, dass sein persönliches Glück, eine Familie zu gründen, nicht vereinbar sei mit seinem politischen Amt, schrieb Spahn in einem Brief an die Fraktion, der mehreren Medien vorliege. „Der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion“ sei größer geworden, als er es erwartet habe, so Spahn.

Die zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung habe ihn sehr nachdenklich gemacht, heißt es in dem Schreiben weiter. Es bat dann noch um eine Bitte: „Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben.“ Eins sei ihm in den vergangenen Tagen immer klarer geworden: „Meine Familie ist mir das Wichtigste.“ Er habe die beiden Vorsitzenden der CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass er von seinem Amt als Fraktionschef zurücktreten werde.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ihn zum Rücktritt aufgefordert haben. In einer Pressemitteilung spricht der CDU-Chef von einer „richtigen und unvermeidlichen“ Entscheidung. Er dankte Spahn für die Zusammenarbeit, „den Weg der Fraktion aus der Opposition in die Regierung mitgeprägt und gestaltet„.

Die Geschäfte der Fraktion werde erstmal der Landesgruppenchef der CSU, Alexander Hoffmann, übernehmen. Jens Spahn verdiene „allerhöchsten Respekt„, sagte er. Spahn habe die Unionsfraktion „durch herausfordernde Zeiten geführt und zum Erfolg dieser Koalition maßgeblich beigetragen„. Auch SPD-Fraktionschef Matthias Miersch äußerte „großen Respekt“ vor Spahns Entscheidung. „Wir haben in der Koalition sehr eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet„, teilte er mit. Inhaltlich äußert er sich nicht zum Thema Leihmutterschaft. Dies sei „eine Frage, die die Union mit sich selbst klären muss„, so Miersch weiter.

Jens Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten in dieser Woche bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA habe das Baby zur Welt gebracht. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten und auch die CDU spricht sich dagegen aus. Innerhalb der CDU, aber auch bei den Kirchen gab es heftige Kritik an Spahn wegen dieser Entscheidung.

Quelle: ARD

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Waldemar
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