Wegen der Rekordpreise an den Tankstellen ist die Inflation in Deutschland im September auf den höchsten Stand seit 2023 gestiegen. Die Inflationsrate kletterte auf 3,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt auf Basis von vorläufigen Zahlen mitteilte. Stärker sind die Verbraucherpreise zuletzt im Dezember 2023 mit damals 3,7 Prozent. Von August auf September des laufenden Jahres erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent.
Angesichts des schwelenden Iran-Kriegs, ausgelöst durch die USA und Israel, und des Vorrückens der Huthi-Miliz im Jemen an der Meerenge von Bab al-Mandab gab es zuletzt neue Sorgen um die globale Ölversorgung. Der Preis der Nordseesorte Brent stieg zeitweise deutlich über die Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter). An den Tankstellen in Deutschland kletterten die Preise für Super E10 und Diesel auf Höchststände.
Insgesamt mussten die Menschen in Deutschland im September für Kraftstoffe und Haushaltsenergie 14,0 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor, wie Berechnungen der Statistiker ergeben haben. Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb nach schon starken Anstiegen in den Vormonaten.
Nahrungsmittel waren hingegen um 0,4 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, wobei hier der Preisauftrieb wieder leicht anzog. Dienstleistungen, darunter Pauschalreisen und Restaurantbesuche, haben sich um 2,7 Prozent verteuert und damit nochmals geringer als in den Vormonaten.
Seit Beginn des Iran-Kriegs treibt teure Energie, darunter auch Heizöl, die Inflation maßgeblich nach oben. Im August lag die allgemeine Teuerungsrate in Deutschland bereits bei 2,9 Prozent. Je länger die Energiepreise hoch sind, umso größer ist das Risiko, dass auch andere Preise steigen, weil zum Beispiel Transport und Kühlung von Lebensmitteln teurer werden.
Und die Importpreise, die zeitverzögert die Verbraucherpreise beeinflussen, sind im August gut acht Prozent gestiegen, wie seit Ende 2022 nicht mehr. Auch die Folgen von Hitze und Trockenheit, die die Ernte schmälern lassen oder auch das Niedrigwasser im Rhein auslösen, haben die Preise verteuert.
Quelle: ZDF, dpa, Reuters



