Die Band Alphaville darf wegen der Sorge vor politischen Äußerungen nicht beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring auftreten. Sänger Marian Gold verwies in einem Beitrag auf Social Media auf die Absage, wonach die Veranstalter keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art auf der Bühne dulden.
Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa teilte der Veranstalter des Festivals mit: „Unsere Bühne ist keine Plattform für politische Äußerungen.“ Das Glücksgefühle-Festival sei komplett unpolitisch, „und das gilt unabhängig davon, in welche politische Richtung eine Äußerung geht: für rechts, für links oder für jede andere politische Richtung„. So hatte sich auch Markus Krampe, der das Event seit 2023 mit Ex-Fußballer Lukas Podolski organisiert, zuvor in der „Bild“ geäußert.
„Diese Begründung gleicht aus unserer Sicht einem Maulkorberlass – uns allen bestens bekannt aus Diktaturen„, schreibt der 72-jährige Gold in dem Social-Media-Beitrag. „Dass eine derartige Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit nun auf einem der größten Popfestivals Deutschlands angekommen zu sein scheint, empfinden wir als absolut untragbar und erschütternd.„
Worum es bei den Veranstaltern bei den Äußerungen genau geht, ist unklar. Der Alphaville-Sänger hatte sich zuletzt bei Konzerten in der Ansage des Songs „Carry Your Flag“ deutlich gegen rechtsradikale Tendenzen und für Freiheit, Toleranz und Demokratie eingesetzt. Das habe zu Diskussionen mit den Veranstaltern des Glücksgefühle-Festivals geführt, sagte Bandmanager Christian Mielke der dpa.
Die Veranstalter erklärten: „Das Verhalten von Alphaville und Marian Gold ist inakzeptabel. Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren.“ Die Band hätte eigentlich am Freitag (04.09.) bei dem Festival auftreten sollen.
Die Macher des Festivals erklärten in einer Mitteilung: „Wir möchten den Menschen ein Wochenende ermöglichen, an dem sie den Alltag hinter sich lassen, abschalten und einfach eine gute Zeit haben können.“ Weiter heißt es: „Genau deshalb haben wir darum gebeten, politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen. Darauf konnten wir uns mit Alphaville letztlich nicht einigen, weshalb es nicht zu einem Auftritt gekommen ist.„
Quelle: SPIEGEL, dpa



