Kulturstaatssekretär Wolfram Weimer hatte vor wenigen Wochen verkündet, dass neben einer Investitionsverpflichtung auch die staatliche Filmförderung auf 250 Millionen Euro verdoppelt wird. Doch im nächsten Jahr sieht wieder alles anders aus.

Denn die Bundesregierung wird die Filmförderungen nun kürzen. Der Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen (VTFF) verwies gestern (09.07.) in einer Pressemitteilung auf den vom Kabinett beschlossenen Haushaltsentwurf für 2027, aus dem hervorgehen soll, dass die erst aufgestockte Filmförderung wieder gekürzt wird. Zu hören sei, „dass durch die globalen Sparauflagen über alle Bundesministerien hinweg die Gesamtsumme für die Filmförderung weiter auf rund 200 Millionen Euro sinkt.

So hatte das Medienmagazin DWDL nachgefragt und eine Sprecherin des Kulturstaatsministers bestätigte dann, dass die Filmförderung gekürzt werde. „Die Bundesregierung hat die Filmfördermittel mit 250 Millionen Euro in diesem Jahr nahezu verdoppelt. Gut 200 Millionen Euro stehen nun – vorbehaltlich des weiteren Aufstellungsverfahrens – auch 2027 bereit. Das ergibt immer noch einen Aufwuchs von rund 70 Millionen Euro gegenüber 2025„, sagte die Sprecherin gegenüber DWDL. Weiter sagte sie: „Damit bleibt dieser Förderrahmen auch weiterhin deutlich robuster ausgestattet als in vergangenen Legislaturperioden. Zusammen mit den strukturell verbesserten Rahmenbedingungen aus der Filmförderreform ist Deutschland hervorragend gewappnet, um die Infrastruktur seines Filmschaffens zu sichern und zu neuer Standortstärke zu kommen.

Enttäuschend reagierte der VTFF. Die Kürzungen seien ein „fatales Signal“ für die heimische Film- und Fernsehwirtschaft und ein Schlag für die internationale Reputation des Filmstandorts Deutschland, erklärte der Geschäftsführer des VTFF, Achim Rohnke. Er warf der Bundesregierung einen „Schlingerkurs“ vor, der „rational kaum noch nachvollziehbar“ sei. „Nach dem Aufbruchsignal kommt jetzt der Sparhammer„, sagte Rohnke weiter. „Viele der zumeist kleinen und mittleren Dienstleister stecken in der Krise. Wir erleben seit Jahren eine Insolvenzwelle„, sagte Rohnke und verwies auch auf internationale Partner. „Jetzt müssen Investoren aus dem Ausland erleben, dass zugesagte Fördergelder einmal mehr nicht zur Verfügung stehen. Das kostet Investitionen und schädigt die Reputation der heimischen Film- und Fernsehindustrie.

Empörung kommt auch von der Produktionsallianz. CEO und Sprecherin des Gesamtvorstands der Produktionsallianz, Michelle Müntefering, sagte zu DWDL: „Die Erhöhung für dieses Jahr ist kaum beschlossen, schon kommt die Kürzung für das Nächste! Das dämpft den Aufbruch erheblich, den die Branche so dringend braucht.“ Weiter sagte sie: „Als Unternehmerinnen und Unternehmer wissen wir: Der Haushalt wird knapper. Wir wissen aber auch: Entscheidend für die Filmwirtschaft sind Planbarkeit und Verlässlichkeit. Meine Hoffnung liegt auch bei den Parlamentariern, die richtigen Schwerpunkte zu setzen.“

Die Filmreform müsse „jetzt konsequent und komplett umgesetzt werden„, so Müntefering. „Um die Investitionsverpflichtung und einen perspektivischen Steueranreiz geht kein Weg mehr vorbei.“ VTFF-Chef Rohnke fordert von der Politik, die Kürzungen auf dem weiteren parlamentarischen Weg zu korrigieren. „Der Haushaltsentwurf kann in dieser Form nicht im Deutschen Bundestag beschlossen werden.

Quelle: DWDL

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Waldemar
Chef von Derchotv | Newsjunkie, Gamer, politisch Interessiert, Mensch, Freund und ein Wadi