Nach der Störung ist der Zugverkehr der Deutschen Bahn bundesweit wieder „weitgehend reibungslos“ angelaufen. Grund sei die „rasche Problembehandlung in der Nacht“, teilte die Bahn mit. Es könnte noch „vereinzelt zu Einschränkungen kommen“, heißt es. Den Reisenden wird gebeten, dass sie ihre Verbindungen prüfen sollen.
Vor den Informationsschaltern der Bahn hatten sich vorher lange Warteschlangen gebildet, berichtete der Nachrichtensender ntv. Es wurden Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben, teilte die Bahn mit. Auch Aufenthaltszüge wurden zur Verfügung gestellt.
Der S-Bahn-Verkehr, der auch in der Nacht durch die Störung betroffen war, läuft auch wieder an. In Berlin wurde mitgeteilt, dass es auf den Linien „noch zu Verspätungen und Zugausfällen“ kommen könne. Auf dem S-Bahn-Ring fuhren die ersten Züge wieder.
Trotz der schnellen Problemlösung kritisierte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer die Bahn scharf. „Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt, ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität„, sagte er. „Ich erwarte, dass die Bahn diesen Vorfall transparent und lückenlos aufklärt. Es kann nicht sein, dass wegen des Ausfalls eines Systems Zehntausende Menschen die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen„, so der Grünen-Politiker weiter.
Auch das Notfallmanagement der Bahn kritisierte Krischer. „Hier braucht es Notfallmechanismen, die ein solches Desaster in Zukunft vermeiden„, forderte er. „Menschen verlassen sich darauf, mit der Bahn wenigstens einigermaßen pünktlich ans Ziel zu kommen.„
Eine bundesweite Störung bei der Bahn hatte gestern Abend (23.06.) für einen zweistündigen Stillstand gesorgt. Viele Reisende waren betroffen. Gegen 0:30 Uhr konnten die ersten Züge wieder fahren. Grund dafür war eine Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R. IT-Experten der Bahn hätten pausenlos an der Störung gearbeitet und das auch mit Erfolg.
Von der Störung waren nicht nur alle Züge der Bahn im Fern- und Regionalverkehr betroffen, sondern auch S-Bahnen, die von der Bahn betrieben wurden, und auch einige private Unternehmen.
Quelle: ntv, dpa



