Bei der Nachwahl für einen Abgeordnetensitz für das britische Unterhaus in Makerfield hat der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, die meisten Stimmen geholt. Er holte mehr als 9.000 Stimmen mehr als der Kandidat der rechtspopulistischen Reform UK, Robert Kenyon. Die Wahlbeteiligung bei der Nachwahl lag bei 58,78 Prozent.
Doch Burnham will Premierminister und Parteikollegen bei Labour, Keir Starmer, herausfordern und ihn zu einer Führungswahl zwingen. Denn Starmer steht seit Monaten massiv unter Druck, mehrere Minister haben ihm schon den Rücken gekehrt und viele fordern seinen Rücktritt als Labour-Chef und damit auch als Premierminister. Vor allem nach den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales Anfang Mai steht Starmer unter Druck. Viele Bürgerinnen und Bürger wählten rechts. Labour stürzte bei den Wahlen ab.
Sollte es nun zu einer Wahl des Parteivorsitzenden kommen, werde sich Starmer dieser auch stellen, sagte er wenige Stunden nach der Wahl von Burnham. Es sei wichtig, dass die Labour-Partei „an einem Strang ziehe„, sagte Starmer weiter. Der Premierminister gratulierte Burnham am frühen Morgen auf Social Media nur knapp zu seinem Wahlsieg. Die Wähler hätten sich für „Hoffnung und Optimismus“ und nicht für „Spaltung und Hass“ entschieden, schrieb Starmer auf der Plattform X, ehemals Twitter.
Der 56-jährige Burnham gilt als Liebling des moderat-linken Parteiflügels von Labour. In Manchester erarbeitete er sich den Ruf eines bodenständigen Machers mit Visionen. Vor knapp 10 Jahren hatte er die Partei nach einem gescheiterten Versuch, an die Parteispitze zu gelangen, verlassen. Jetzt gilt es als sicher, dass er bald wieder den nächsten Versuch ankündigen wird.
Die Nachwahl in Makerfield wurde nötig, weil der bisherige Abgeordnete Josh Simons nach der desaströsen Kommunal- und Regionalwahlen seinen Sitz räumte, um Burnham die Rückkehr nach Westminster zu ermöglichen und einen Führungswechsel bei Labour anzustoßen.
Quelle: ZDF, dpa



