Bei einem russischen Luftangriff auf die Ukraine ist in der Nacht erstmals seit Beginn des Angriffskriegs eine Drohne in einem dicht besiedelten Gebiet des NATO-Mitglieds Rumänien eingeschlagen und hat dort Menschen verletzt. Der Vorfall ereignete sich in der südostrumänischen Stadt Galati. Nach Angaben der rumänischen Behörden wurden zwei Menschen verletzt.
Wie das rumänische Verteidigungsministerium mitteilte, handelte es sich bei der Drohne um einen russischen Typ Geran-2. Sie schlug in das Dach eines zehnstöckigen Wohnhauses ein, wobei die gesamte Sprengladung detonierte.
Es ist das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022, dass eine Drohne in einem dicht bewohnten Gebiet Rumäniens niederging und dabei Menschen verletzt wurden. Rumänien ist Mitglied der NATO und grenzt im Osten direkt an die Ukraine.
Die rumänische Außenministerin Oana Toiu bezeichnete den Vorfall als „schwerwiegende Verletzung des Völkerrechts„. Das rumänische Außenministerium bestellte daraufhin den russischen Botschafter ein. Zudem drängte die Regierung in Bukarest darauf, die Lieferung moderner Drohnenabwehrsysteme für Rumänien zu beschleunigen.
Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte reagierte mit scharfer Kritik. Auf der Plattform X erklärte er, das rücksichtslose Verhalten Russlands stelle eine Gefahr für alle dar. Der Einschlag zeige erneut, dass die Folgen des russischen Angriffskrieges nicht an Landesgrenzen Halt machten. Gleichzeitig betonte Rutte, die NATO sei bereit, „jeden Zentimeter“ ihres Bündnisgebietes zu verteidigen. Das Verteidigungsbündnis werde seine Abschreckungs- und Verteidigungsmaßnahmen weiter verstärken und die Ukraine weiterhin unterstützen.
Auch die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, verurteilte den Vorfall deutlich. In sozialen Netzwerken erklärte sie, Russland habe mit seinem seit Jahren andauernden Angriffskrieg „eine weitere Grenze überschritten„. Die EU stehe uneingeschränkt solidarisch an der Seite Rumäniens und seiner Bevölkerung. Zudem kündigte von der Leyen an, dass die Europäische Union ihre Sicherheits- und Abschreckungsmaßnahmen insbesondere an der Ostflanke weiter verstärken und den Druck auf Russland erhöhen werde.
Quelle: ZDF, dpa, AFP, Reuters



