Nach fast 100 Jahren ist am vergangenen Freitag (22.05.) in den USA eine Ära im Radio zu Ende gegangen. CBS News Radio stellte nach 99 Jahren seinen Sendebetrieb ein.
Die Führung von CBS News-Präsident Bari Weiss damit, dass das Nachrichtengeschäft in einem tiefgreifenden Wandel stehe und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten auch das Aus von CBS News Radio bedeuteten. Man müsse sich auf neue Zielgruppen konzentrieren und in Wachstum investieren, hieß es in einer Erklärung. Für das Team von CBS News Radio bedeutete es jedoch das berufliche Aus. Schätzungen zufolge fallen durch die Schließung zwischen 60 und 100 Stellen weg.
Die Entscheidung trifft eine Institution des Journalismus. CBS News Radio war unter anderem die Heimat von Edward R. Murrow, dessen Berichte aus London während des Zweiten Weltkriegs Radiogeschichte geschrieben haben. Auch die Sendung „World News Roundup“ gibt es seit Freitag nicht mehr. Sie war die an der längsten laufenden Nachrichtensendung in den USA. In der Branche wird das Aus von CBS News Radio als herber Verlust für die originäre Berichterstattung gewertet.
Schon seit längerer Zeit hatte es innerhalb der Redaktion eine Atmosphäre der Unsicherheit gegeben. Bari Weiss hatte die Leitung von CBS News übernommen, nachdem Paramount-Skydance das Magazin „The Free Press“ gekauft hatte. Die Eigentümerstruktur hinter dem Mutterkonzern steht wegen der politischen Verflechtungen und eines harten Sparkurses in der Kritik. Erst im Herbst 2025 hatte Paramount-Skydance rund 2.000 Stellen gestrichen.
Quelle: Radiowoche



